Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.09.2019


Bezirk Reutte

Plansee verbannt blauen Dunst von Werksgelände

Kulanz brachte nicht den gewünschten Erfolg. Jetzt ist Schluss. Seit 1. September gilt am gesamten Firmengelände bei Plansee und Ceratizit striktes Rauchverbot.

Seit zehn Tagen gilt bei Plansee und Ceratizit (Symbolfoto) ein Rauchverbot. Wer sich eine Zigarette anzünden will, muss das Betriebsgelände verlassen.

© www.muehlanger.atSeit zehn Tagen gilt bei Plansee und Ceratizit (Symbolfoto) ein Rauchverbot. Wer sich eine Zigarette anzünden will, muss das Betriebsgelände verlassen.



Von Simone Tschol

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Breitenwang – Kaum ein Thema polarisiert so stark wie das Rauchen. Nicht nur in der Gastronomie erhitzt der blaue Dunst die Gemüter. Auch im Arbeitsleben kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Nichtrauchern und Rauchern. Es liegt auf der Hand, dass auch beim größten Arbeitgeber im Bezirk, der Plansee Group, diese Kontroversen nicht ausblieben.

Jetzt ist ausdiskutiert. Die Konzernleitung hat Tatsachen geschaffen. Seit 1. September gilt auf dem gesamten Werksgelände von Plansee und Ceratizit ein striktes Rauchverbot. „Im öffentlichen Raum gilt das Rauchverbot schon lange. Und diese Entwicklung macht auch vor uns nicht Halt“, erklärt Bernhard Schretter, Vorstand der Plansee-Group, auf Anfrage der TT. Arbeitgeber seien schon allein aufgrund gesetzlicher Bestimmungen dazu verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass Nichtraucher vor den Einwirkungen von Tabakrauch am Arbeitsplatz geschützt sind. Schretter: „Abgesehen davon, dass der Trend merklich hin zum Nichtrauchen geht, erfolgte die Entwicklung zum rauchfreien Unternehmen ja nicht von heute auf morgen, sondern stufenweise. Früher wurde überall geraucht. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Mit der Schaffung eigener Raucherbereiche standen bis 31. August auch bei uns Raucherhäuschen vor den Produktionshallen und Bürogebäuden zur Verfügung. Wir waren auch sehr kulant. Niemand musste für eine Rauchpause ausstempeln.“ Die Erfahrung habe jedoch gezeigt, dass diese Kulanzlösung nicht kontrollierbar und auch nicht zur Zufriedenheit aller eingehalten worden sei. „Es gab immer wieder Beschwerden von Nichtrauchern und auch das Erscheinungsbild des Unternehmens hat durch achtlos weggeworfene Zigarettenstummel gelitten“, beschreibt Schretter die Situation.

Seit zehn Tagen müssen all jene der 2500 Mitarbeiter, die eine Zigarettenpause einlegen wollen, ausstempeln und das Betriebsgelände verlassen.

Diese Neuregelung sei nicht ohne Protest geblieben, wie Schretter einräumt: „Der Betriebsrat ist damit nicht einverstanden. Eine Schlichtungsstelle wird entscheiden. Aber ich bin guter Dinge, dass es so bleibt, wie es jetzt ist, zumal wir ja auch Entwöhnungsseminare anbieten, für die wir die Kosten übernehmen. Einige Mitarbeiter haben auch bereits gemeint, dass dies Anlass sei, mit dem Rauchen aufzuhören.“ Die ersten zehn rauchfreien Tage hätten jedenfalls, so Schretter, „einwandfrei funktioniert“.