Letztes Update am Do, 12.09.2019 16:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nachhaltigkeit

Nestle über Brasilien besorgt und will auf erneuerbare Energiequellen umstellen

Der Lebensmittelkonzern zeigt sich über die Vorgänge im Amazonasgebiet in Brasilien „besorgt“ und will seine dortigen Lieferantenbeziehungen überprüfen.

Symbolfoto.

© REUTERSSymbolfoto.



Zürich, Vevey – Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle will seine Produktion komplett auf erneuerbare Energie umstellen. Aktuell beziehe ein Drittel der Fabriken den Strom aus Energiequellen wie Solar- oder Windanlagen, erklärte Nestle am Donnerstag. Die restlichen zwei Drittel sollen in den kommenden Jahren folgen.

Das Vorhaben ist Teil eines firmenweiten Plans, bis 2050 netto keine klimaschädlichen Treibhausgase mehr auszustoßen. Um das zu erreichen, will der Konzern zudem mehr Nahrungsmittel auf pflanzlicher statt auf tierischer Basis anbieten und sich gemeinsam mit seinen Zulieferern um eine Aufforstung von Waldflächen bemühen.

Einkauf von Fleisch-Nebenprodukten und Kakao unter die Lupe nehmen

In dem Zusammenhang überprüft Nestle nach den massiven Waldbränden auch seine Lieferantenbeziehungen aus dem Amazonas-Gebiet in Brasilien. Von dort bezieht der Konzern Palmöl, Soja, Fleisch und Kakao. „Wir sind tief besorgt wegen der Brände“, erklärte eine Nestle-Sprecherin. Daher nehme der Konzern dort insbesondere den Einkauf von Fleisch-Nebenprodukten und Kakao unter die Lupe und werde Anpassungen vornehmen, wenn dieser in Widerspruch zu den Standards des Konzerns stehe.

Der Klimawandel sei nicht nur ein großes Risiko für die Gesellschaft, sondern auch eines der größten Risiken für das Geschäft von Nestle, sagte Firmenchef Mark Schneider. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern bezieht die Ausgangsstoffe für seine Produkte von Landwirten auf der ganzen Welt, deren Ertrag auch von der Witterung abhängt. Um mitzuhelfen, die Erderwärmung zu bremsen, wolle Nestle seine Produktion umstellen. „Das wird zu einem deutlichen Wechsel dabei führen, woher unsere Zutaten stammen und wie sie produziert werden“, sagte Nestle-Manager Magdi Batato. (APA, Reuters)