Letztes Update am Mi, 09.10.2019 14:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Insolvenz

DailyDeal meldet Konkurs an, Gutscheine weiter gültig

Das Schnäppchenportal DailyDeal ist entgültig pleite. Das Unternehmen hat am Dienstag seinen Sanierungsplan zurückgezogen und wird vom Masseverwalter geschlossen.

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Wien – Am 1. Oktober hatte das Handelsgericht Wien über das Vermögen der Gutscheinplattform Daily Deal GmbH ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Nun zieht das Unternehmen den Sanierungsplan zurück und die Firma wird geschlossen. Das teilte die Creditreform am Mittwoch mit. Zum einen sei kein Investor gefunden worden. Zum anderen hätten DailyDeal nur weitergeführt werden können, indem man weitere Schulden gemacht hätte, so die Gläubigerschützer. Dies sei dem Masseverwalter aber rechtlich nicht möglich. Daher müsse die Firma geschlossen werden und das Verfahren werde in ein Konkursverfahren umgewandelt werden.

Mit dem kürzlich veröffentlichten Urteil des Obersten Gerichtshofes, das die Gültigkeit der ausgegebenen Gutscheine bestätigte, habe das endgültige Aus von DailyDeal aber nichts zu tun.

DailyDeal ist eine Online-Plattform, auf der Unternehmen – vorwiegend Freizeitbetriebe wie Restaurants, Zumba-Studios, Friseursalons oder Tanzschulen – Gutscheine für vergünstigte Leistungen angeboten haben, um neue Kunden anzulocken. Von der Pleite sind 14 Dienstnehmer und rund 500 Kooperationspartner betroffen, denen das Unternehmen laut Creditreform 1,2 Millionen Euro schuldet. Gerhard Weinhofer von der Creditreform rechnet mit einer sehr geringen Quote für die Gläubiger, da kaum Vermögen vorhanden sei.

Noch nicht eingelösten Gutscheine weiter gültig

Laut Masseverwalterin Ulla Reisch sind Ansprüche aus Gutscheinen (auf Leistungen von Kooperationspartnern) seitens der Endkunden – trotz Insolvenzverfahrens – primär gegenüber den Kooperationspartnern geltend zu machen und durchzusetzen. Dies gelte auch für Gutscheine, bei denen die Laufzeit bereits abgelaufen sei, so Reisch in einer Aussendung am Mittwoch. Die Kooperationspartner seien zur Einlösung der Gutscheine verpflichtet, unabhängig davon, ob die Gutscheine vor oder nach Insolvenzeröffnung vertrieben wurden und auch unabhängig davon, ob die Laufzeit bereits abgelaufen ist.

Sollten Gutscheine bei Kooperationspartnern nicht durchgesetzt werden können, könne seitens der Endkunden Ansprüche gegenüber Daily Deal als Insolvenzforderungen angemeldet werden. Da nach der Entscheidung des OGH unklar sei, ob und welche Schritte seitens der Endkunden gegenüber den Kooperationspartnern gesetzt werden müssen, um eine Insolvenzforderung anmelden zu können, werde der Insolvenzverwalter diese Frage in einem Musterverfahren (Musterfeststellungsprozess) mit dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) klären.

„Ich halte dazu fest, dass aus heutiger Sicht von einer geringen Quote – unter fünf Prozent – auszugehen ist und für die Forderungsanmeldung eine gerichtliche Pauschalgebühr in Höhe von 23 Euro anfällt, sodass sich bei niedrigen Forderungen eine Forderungsanmeldung wirtschaftlich voraussichtlich nicht lohnt“, betont die Masseverwalterin.

Gutscheine, die nach Insolvenzeröffnung – das heißt ab 2. Oktober) erworben und bezahlt wurden, könnten jedenfalls bei den Kooperationspartnern eingelöst werden Als Insolvenzverwalter werde man den diesbezüglich mit den Kooperationspartnern vereinbarten Umsatzanteil an diese überweisen. (hu)