Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.10.2019


Unternehmen

Gutmann expandiert weiter: „Energie-Zukunft wird bunt“

Familienunternehmen wurde Westösterreichs größter Energielieferant.

Auf mehrere Standbeine wie Heizöl, Tankstellen, Strom, Gas und Pellets setzen Albert Gutmann (rechts) und Sohn Alexander Gutmann.

© ProMediaAuf mehrere Standbeine wie Heizöl, Tankstellen, Strom, Gas und Pellets setzen Albert Gutmann (rechts) und Sohn Alexander Gutmann.



Innsbruck – Im kommenden Jahr wird das einst von Albert Sen. und Katharina Gutmann für den Heizöl- und Diesel-Handel gegründete Innsbrucker Familienunternehmen 60 Jahre alt. Heute ist die von Sohn Albert Gutmann und dem Enkel Alexander Gutmann geführte Gruppe nach einer kräftigen Expansion und Diversifizierung Westösterreichs größter Energielieferant.

„Wir haben unser Unternehmen sukzessive auf weitere Beine für die Versorgung mit Energie für Wärme und Mobilität gestellt. Und wir investieren die Erträge aus dem klassischen Geschäft verstärkt in erneuerbare Energien“, sagt Albert Gutmann. Neben den Bereichen Heizöl und Festbrennstoffe handelt man mit und liefert auch Pellets, Erdgas und seit 2016 auch Ökostrom.

Zudem hat die Gruppe ein mittlerweile auf 100 Stationen in ganz Österreich ausgebautes Tankstellennetz, wobei man neben Eni- und OMV-Stationen gleich 50 Tankstellen unter der Eigenmarke disk betreibt. In 15 Tankstellen gibt es in Zusammenarbeit mit MPreis so genannte M-Shops, in denen es die Produkte zum selben Preis wie auch in den MPreis-Filialen gebe, so Gutmann. „Tankstellen werden künftig verschiedenste Produkte vom Sprit bis zur Stromladesäule anbieten müssen, um den Kundenwünschen zu entsprechen.“ Seit 2015 (beim Start als erster privater Tankstellenbetreiber Österreichs) wird auch in den Aufbau eines eigenen E-Ladenetzes investiert. Zu beachten sei, dass E-Mobilität, wenn diese auf breiter Front komme, viel an Investitionen und Platz benötigen werde: Um allein die Energie an der Tankstelle Hall zu ersetzen, bräuchte man 250 E-Ladestationen.

Derzeit gebe es in Tirol noch fast 50 Prozent Haushalte mit Ölheizung und ein massives Übergewicht von Benzin- und Dieselautos. Aber nicht nur wegen der Klimadiskussionen würden andere Energieträger einen Aufschwung erleben. Der Markt sei massiv in Bewegung und die Energie-Zukunft werde jedenfalls sehr bunt und vielfältig sein. Es gehe auch in Richtung synthetische Kraft- und Brennstoffe, auch Wasserstoff werde künftig zum stärkeren Thema – auch wenn etwa eine Wasserstoff-Zapfsäule heute noch etwa 1 Mio. Euro koste. Neben der Wärme werde in Sachen Klimawandel auch die Kälteversorgung stark an Bedeutung zunehmen, betont Gutmann. Als Lieferant wolle man mit verschiedensten Standbeinen dafür gerüstet sein.

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Mit Blickrichtung Zukunft verstärke man auch das Energieservice-Angebot, sagt Alexander Gutmann. Hier habe man als Multi-Energieanbieter beste Voraussetzungen, um die Kunden glaubwürdig über die jeweils sinnvollste Lösung zu informieren. „Wir können alles aus einer Hand anbieten.“

Die Gutmann-Gruppe beschäftigt mittlerweile etwa 350 Mitarbeiter und setzte zuletzt (inklusive der Mineralölsteuer) insgesamt 350 Mio. Euro um. (va)




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