Letztes Update am Mo, 14.10.2019 16:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nahrungsmittelindustrie

Mars will Werk im Burgenland schließen, 110 Jobs bedroht

Die Rollwaffel-Produktion von Mars soll bis Ende 2020 schrittweise eingestellt werden. Eine endgültige Entscheidung solle erst nach Abschluss des Konsultationsprozesses mit dem Betriebsrat getroffen werden. Von der Schließung sind 110 Mitarbeiter betrofffen.

Das Mars-Werk in Breitenbrunn steht vor dem Aus.

© Mars AustriaDas Mars-Werk in Breitenbrunn steht vor dem Aus.



Breitenbrunn – Mars Austria beabsichtigt, die Schokoladenfabrik in Breitenbrunn (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) zu schließen. Die Rollwaffel-Produktion soll bis Ende 2020 schrittweise eingestellt werden. Eine endgültige Entscheidung über eine Schließung werde aber erst nach Abschluss des Konsultationsprozesses mit dem Betriebsrat erfolgen, hieß es am Montag in einer Aussendung. 110 Beschäftigte wären betroffen.

Am Montag sei den Mitarbeitern ein Plan zur Schließung des Werks präsentiert worden, teilte das Unternehmen mit. Grund für die beabsichtigte Schließung sei die international sinkende Nachfrage nach Rollwaffel-Produkten. Das Werk leide unter einer zu geringen Auslastung. Auch durch Produktinnovationen und Bemühungen, die Effizienz und das Volumen der Fabrik zu steigern, habe man diesen negativen Trend nicht stoppen können.

In den nächsten Wochen soll laut Unternehmensangaben nach Einbindung aller Betroffenen eine Entscheidung über die Zukunft der Fabrik gefällt werden. Die beiden anderen österreichischen Standorte von Mars Austria in Wien und Bruck an der Leitha seien nicht betroffen.

„Die Nachricht zur Kenntnis nehmen müssen“

Das Land Burgenland hat bereits reagiert und will das Gespräch mit den Unternehmensverantwortlichen suchen. „Mögliche Hilfestellungen, die eine Schließung verhindern würden“, sollen ausgelotet werden, sagte Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) am Montag in einer Aussendung.

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Auch Arbeitsmarktlandesrat Christian Illedits (SPÖ) betonte, den Unternehmensverantwortlichen unterstützend zur Seite stehen zu wollen. „Gemeinsam müssen wir alles in unserer Macht stehende für die Aufrechterhaltung des Firmenstandortes tun“, sagte er. Die 110 Mitarbeiter hätten zum Erfolg des Unternehmens beigetragen, jetzt müssten „alle Anstrengungen unternommen werden, um ihnen zu helfen“, so Illedits.

Die Unterstützung der Beschäftigten stehe nun im Vordergrund. „Sobald die Kündigungen offiziell eingemeldet werden, wollen wir konkrete Lösungen für die Betroffenen parat haben, hoffen aber, dass es nicht soweit kommt“, sagte Illedits.

Der Betriebsrat von Mars Austria berät unterdessen über seine weitere Vorgehensweise. Man habe die Nachricht zur Kenntnis nehmen müssen, werde aber in den kommenden Tagen mit Experten der Gewerkschaft Gespräche führen, sagte Wilhelm Weigl, Arbeiterbetriebsratsvorsitzender von Mars Austria in Breitenbrunn. (APA, TT.com)