Letztes Update am Di, 15.10.2019 14:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Insolvenz

Cook-Pleiter: Ex-Konzernchef verteidigt sich gegen Vorwürfe

Ex-Konzernchef Peter Fankhauser sieht sich wegen seiner Vergütung von 1,1 Millionen Pfund heftiger Kritik ausgesetzt.

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London – Der Ex-Chef des pleitegegangenen Reisekonzerns Thomas Cook, Peter Fankhauser, ist Vorwürfen über seine Bezahlung und Managementfehler entgegengetreten. Bei einer Anhörung eines Ausschusses des britischen Parlaments entschuldigte sich der aus der Schweiz stammende Manager am Dienstag erneut bei Kunden, Beschäftigten und Geschäftspartnern für die Insolvenz des weltweit ältesten Reisekonzerns.

Er habe unermüdlich für die Rettung und den Erfolg des Unternehmens gearbeitet. Auf Fragen nach seiner Vergütung von rund einer Million Pfund (1,1 Mio. Euro) 2018 und einem Bonus in Höhe von 750.000 Pfund für 2017 sagte Fankhauser, er lege seine Bezahlung nicht selbst fest. Der Bonus von 2017 könne ihm theoretisch wieder entzogen werden. 30 Prozent davon seien jetzt wertlose Thomas-Cook-Aktien.

Das seit Jahren hoch verschuldete Unternehmen war Ende September pleitegegangen, nachdem einige Banken einen milliardenschweren Rettungsplan nicht mittragen wollten und auch der britische eine Kredithilfe ablehnte. Thomas Cook kämpfte schon länger mit Problemen durch seine große Abhängigkeit von Pauschalreisen und die wachsende Konkurrenz durch Online-Reisevermittler. Fankhauser erklärte, die Bemühungen um eine Wende seit seinem Antritt als Konzernchef 2014 seien von der hohen Verschuldung gebremst worden.

„Kosten für Pleite höher als angefragte Finanzierung“

Mehrere Beteiligte seien verantwortlich gewesen für das Scheitern des Rettungsplans. Hätte er gegriffen, wäre Thomas Cook das bestfinanzierte Reiseunternehmen in Europa gewesen. „Ich glaube fest, dass wir einen Neustart nach einer erfolgreichen Rekapitalisierung geschafft hätten“, sagte Fankhauser. Er wolle die britische Regierung wegen der Absage an einen Hilfskredit nicht kritisieren. Aber die Kosten des Zusammenbruchs von Thomas Cook seien letztlich viel höher gewesen als die angefragte Finanzierung, die sich auf 150 Millionen Pfund belaufen haben soll.

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Von den deutschen Thomas-Cook-Töchtern kann der Ferienflieger Condor dank eines staatlichen Rettungskredits von 380 Mio. Euro neue Investoren finden. Die deutsche Regierung stufte das profitable Unternehmen als überlebensfähig ein und wollte verhindern, dass Hunderttausende Urlauber durch eine Pleite der Airline stranden. Die EU-Kommission genehmigte die Hilfe am Montag. (APA, Reuters)