Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.11.2019


Unternehmen

Tiroler Unternehmer Schwan strebt erneut Umsatzplus an

Der Tiroler Severin Schwan steht seit elf Jahren an der Spitze des Basler Pharma-Konzerns Roche. Für das laufende Jahr wird ein Umsatzplus im hohen einstelligen Bereich angestrebt.

Severin Schwan steht seit 11 Jahren an der Spitze des Pharma-Konzerns Roche.

© ReutersSeverin Schwan steht seit 11 Jahren an der Spitze des Pharma-Konzerns Roche.



Innsbruck, Basel – 2017 verdiente der Tiroler Severin Schwan, Konzernchef des Basler Pharma-Unternehmens Roche, am meisten unter allen Schweizer Konzernchefs. Schwan kassierte 12,88 Mio. Euro. 2018 wurde er von AB-InBev-Brauerei-Chef Carlos Brito übertroffen. Schwan verdiente zwar nicht mehr am meisten, wurde aber dafür zum beliebtesten Chef gekürt. Bei der Auswertung der Arbeitgeberbewertungsplattform Glassdoor ging er im Juni 2019 als beliebtester Manager Deutschlands hervor. Schwan erreichte bei den Bewertungen von aktiven und ehemaligen Mitarbeitern eine Zustimmung von 99 Prozent.

Schwan ist aber nicht nur reich und beliebt, er ist auch erfolgreich. Das von ihm geleitete Roche will durch eigene Entwicklung neuer Medikamente wachsen, nicht durch Zukäufe. „Ich bin zuversichtlich, dass wir eine starke Pipeline haben, die das Wachstum langfristig unterstützen wird“, sagte Schwan der Nachrichtenagentur Reuters. Der 52-jährige gebürtige Haller, der seit elf Jahren an der Spitze des weltgrößten Herstellers von Krebsmedikamenten steht, bekräftigte, dass für Roche ergänzende Zukäufe etwa zum Erwerb neuer Technologien zentral sind. Der Konzern prüfe laufend Möglichkeiten, verfolge aber einen opportunistischen Ansatz.

Schwan ist zuversichtlich, die Akquisition der US-Gentherapiefirma Spark Therapeutics für 4,3 Milliarden Dollar bis Jahresende über die Bühne zu bringen. Er räumte ein, dass die tiefgreifende Prüfung durch die US-Kartellbehörde FTC überraschend kam. „Basierend auf unserer Einschätzung dachten wir, dass wir das relativ schnell und ohne detailliertere Überprüfung abschließen sollten.“ Angesprochen auf die zweimal angehobene Jahresprognose verwies Schwan auf den Umbruch in der Medikamentenpalette, es sei schwieriger, die Umsatzentwicklung von neu auf den Markt gebrachten Arzneien vorherzusagen als die von etablierten. Roche peilt im laufenden Jahr ein Umsatzplus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich an. (TT)

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