Letztes Update am Di, 10.06.2014 10:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unternehmen

Listerien-Skandal: Hersteller muss sich ab heute vor Gericht verantworten

Viereinhalb Jahre nachdem acht Menschen wegen Listerien starben, begann heute in Graz der Prozess gegen den Hersteller Prolactal.



Graz – Heute startete am Grazer Straflandesgericht der Prozess rund um mit Listerien kontaminierten Quargel. Die Staatsanwaltschaft wirft sechs Angeklagten vor, für den Tod von acht Personen sowie schwere Körperverletzung bei 45 Menschen durch den Genuss des vergifteten Käses verantwortlich zu sein. Außer einem Geschäftsführer von Prolactal müssen auf der Anklagebank vier ehemalige leitende Angestellte sowie der Leiter eines externen Prüflabors Platz nehmen. Auch das Unternehmen selbst wird als Angeklagter geführt.

2009 hätte wegen der „Unbeherrschbarkeit der Listerien-Problematik“ sofort eine Schließung der Produktion veranlasst werden müssen, führt die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage aus. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, „fahrlässig eine Gefahr für Leib und Leben einer größeren Zahl von Menschen herbeigeführt zu haben, indem sie bei Produktion, Untersuchung und Vertrieb der im Werk Hartberg hergestellten Quargelprodukte Fehlverhalten setzten, wodurch mit Listerien kontaminierter Käse zu Konsumenten gelangte“.

Die Infektion mit den stabförmigen Listerien-Bakterien erfolgt vor allem über den Verzehr von verseuchten Lebensmitteln, besonders bei rohem Fleisch, Fisch und Milchprodukten. Personen mit einem ohnehin schwachem Immunsystem können daran sterben. (TT, APA)