Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 28.04.2015


Unternehmen

Investoren für Tiroler Start-ups

Tiroler Start-up-Szene soll aufgewertet werden. Investoren machten sich ein Bild.

© Standort AgenturHarald Gohm (Standortagentur), Ingeborg Freudenthaler (Adler Runde) und Hermann Hauser (v. l.) gratulieren Georg Dominguez („Liebe & Lose“) zum Sieg.Foto: Standortagentur



Innsbruck – Nationale und internationale Investoren wie der Tiroler Milliardär Hermann Hauser nahmen am Wochenende Tiroler Jungunternehmer unter die Lupe. Beim ersten Tiroler Start-up-Workshop „Startup Live“ präsentierten neun Unternehmer-Teams ihre Geschäftsideen. Insgesamt tüftelten 62 Personen von Freitag bis Sonntag Tag und Nacht an der Weiterentwicklung zum erfolgreichen Start-up-Unternehmen. Die potentiellen Investoren standen ihnen dabei mit ihrem Fachwissen beiseite und ließen sich auch Investitionen in die Tiroler Jungunternehmer durch den Kopf gehen.

2014 wurden in Tirol 2359 neue Unternehmen gegründet. Von durchschnittlichen Neugründungen unterscheiden sich Start-ups dadurch, dass ihnen eine innovative Geschäftsidee zugrunde liegt mit dem Ziel, schnell zu wachsen. Dass das auch gelingt, beweist unter anderem die Erfolgsgeschichte Hermann Hausers. „Ich bin in Cambridge an fünf Milliardenunternehmen beteiligt“, sagt der Risikokapitalunternehmer im Gespräch mit der TT. Diese Unternehmen begleitet er als Investor und Business Angel seit ihrer Gründung. Seine Investitionen in diese Start-ups haben sich teilweise vermillionenfacht.

Mit seinem International Entrepreneurship-Center Tirol (I.E.C.T.) in Wörgl begleitet er jetzt erstmals auch Start-ups aus Tirol.

Erfolgsgeschichten wie jene in Cambridge seien auch in Tirol möglich, meint Hauser. Dafür würde er sich allerdings ähnliche Steuervorteile für Investoren wie in Großbritannien wünschen. Ingeborg Freudenthaler, Geschäftsführerin des „Start Up Fonds der Tiroler Adler Runde“, wünscht sich zudem eine Reduktion des Verwaltungsaufwands, „damit sich Unternehmer auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Die Rahmenbedingungen für Start-ups seien in Tirol aber „weit besser als ihr Ruf“, meint Freudenthaler. Das neue Crowdfundinggesetz, das derzeit in Begutachtung ist, könne laut Hauser der heimischen Start-up-Szene einen zusätzlichen Auftrieb geben. Der Start Up Fonds der Tiroler Adler Runde ist rund 520.000 Euro schwer. Hauser, die Adler Runde sowie die anderen anwesenden Investoren wollen sich nun stärker vernetzen und Tirol als Zentrum für Start-ups in Westösterreich positionieren.

Als beste Geschäftsidee beim Startup Life wurde das plastikfreie Supermarktkonzept „Liebe & Lose“ gekürt. Das Start-up erhält damit die Chance, sich beim Pioneers Festival in Wien internationalen Investoren zu präsentieren. (ecke)