Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.06.2015


Wirtschaftspolitik

Falkland-Streit: Argentinien verbietet Förderung von Öl

Argentinien sperrt Konten von britischen und amerikanischen Firmen und beschlagnahmt Schiffe und eine Bohrinsel vor den Falklandinseln.

© EFEArgentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner streitet mit den Briten wieder um die Falklandinseln. Die Regierung in Buenos Aires pocht auf eine Neuverhandlung des Status der Inseln.



Buenos Aires – Um die Falklandinseln im Südatlantik schwelt wieder ein Konflikt. Argentinien hat am Wochenende die Förderung von Gas und Öl in der Region untersagt. Betroffen sind mehrere Firmen aus Großbritannien und den USA. Eine Bundesrichterin ordnete die Sperrung von Firmenkonten an, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Außerdem sollten fünf Schiffe, eine Plattform und ein Schwimmdock beschlagnahmt werden.

Die blockierten Werte sind 156 Millionen Dollar (139 Mio. Euro) schwer. Die Unternehmen aus Großbritannien und den USA würden illegal Öl und Gas fördern, hieß es zur Begründung.

Die Falklandinseln – auf Spanisch heißen sie Malvinas – sind ein britisches Überseegebiet, das von Argentinien beansprucht wird. Im Jahr 2013 hatten sich die Bewohner mit großer Mehrheit für den Verbleib der Inseln bei Großbritannien ausgesprochen. Im gut zweimonatigen Falklandkrieg 1982 kamen rund 900 Menschen ums Leben. Seit der Entdeckung neuer Öl- und Gasvorkommen vor den Inseln ist der Konflikt wiederum neu aufgeflammt.

Großbritannien ist im Konflikt um die Falklandinseln nach Auffassung von Argentinien international isoliert. Es gebe einen „weltweiten Konsens“, dass über die Souveränität der Inselgruppe im Südatlantik neu verhandelt werden müsse, sagte der argentinische Außenminister Héctor Timerman in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Zeitung Tiempo Argentino. Das sei beim Treffen des UNO-Komitees für Dekolonialisierung vor wenigen Tagen in New York deutlich geworden.

Großbritannien und Argentinien haben sich beim EU-Lateinamerika-Gipfel vor rund zwei Wochen in Brüssel erneut über die Falklandinseln gestritten. Der britische Premier David Cameron habe dabei das Recht der Falklands auf Selbstbestimmung „energisch verteidigt“, teilte ein Sprecher mit. Der argentinische Außenminister Héctor Timerman hatte die Europäische Union Medienberichten zufolge zuvor aufgefordert, die argentinischen Ansprüche auf die Falklandinseln zu unterstützen. (TT, APA, dpa)

Nachdem hier Öl und Gas gefunden wurde, ist der Konflikt neu entbrannt.
- ROYAL NAVY / MOD / EPA FILE