Letztes Update am Mo, 07.12.2015 14:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Wegekosten-Richtlinie

Senkung der LKW-Maut: Scharfer Protest des Landes Tirol

Die Reduzierung der Maut sei ein „denkbar schlechtes Signal“. Die Lkw-Maut für die Strecke Wörgl-Verona koste nur halb so viel wie für die Strecke Basel-Chiasso.

Land Tirol: Die Reduzierung der Maut sei ein  schlechtes Signal und führe  zu einer weiteren Erhöhung des internationalen Güterverkehrs in Tirol. (Symbolfoto)

© Thomas Boehm / TTLand Tirol: Die Reduzierung der Maut sei ein schlechtes Signal und führe zu einer weiteren Erhöhung des internationalen Güterverkehrs in Tirol. (Symbolfoto)



Innsbruck – Das Land Tirol hat in einer vorliegenden Stellungnahme an das Verkehrsministerium scharf gegen die geplante Mauttarifverordnung und dabei vor allem gegen die Senkung der Lkw-Maut für Schwerfahrzeuge am Brenner ab nächstem Jahr protestiert. Die Reduzierung der Maut sei ein denkbar schlechtes Signal und führe unweigerlich zu einer weiteren Erhöhung des internationalen Güterverkehrs in Tirol.

Mit der Senkung der Lkw-Maut um rund 25 Prozent kommt es - ohne Gegensteuerung bei den Bahntarifen - zu modalen Verlagerungen von der Schiene auf die Straße, hieß es in der zwischen Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) akkordierten Stellungnahme. Entgegen den Bestrebungen zur Harmonisierung der Maut auf den internationalen Alpenkorridoren werde durch den Entwurf die Diskrepanz gegenüber der Lkw-Maut auf den Schweizer Alpenquerungen (Gotthard, San Bernardino) noch größer, kritisierte das Land.

Der Brenner sei bereits derzeit wesentlich billiger. Die Lkw-Maut für die Strecke Wörgl-Verona koste nur halb so viel wie für die Strecke Basel-Chiasso (Gotthard) bzw. nur ein Drittel der Maut für Lyon-Santhia (Frejus). Dies ist auch ein Hauptgrund für den hohen Anteil an Umwegverkehren am Brenner. Durch die geplante Mautreduktion werde die Attraktivität des Brenners für den Lkw-Verkehr weiter erhöht, Routenverlagerungen im Lkw-Verkehr seien zu erwarten.

Die vorliegende Mauttarifverordnung laufe den Verkehrsverlagerungsbemühungen des Landes Tirol sowie der gemeinsamen Verkehrsverlagerungspolitik zwischen dem Land Tirol und dem Bund völlig zu wider, verwiesen die Verantwortlichen des Landes auf die Einführung des permanenten Lufthunderters auf der Autobahn im vorigen Jahr und die geplante Einführung des sektoralen Lkw-Fahrverbotes.

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Tirol sprach sich zudem gegen den vorgesehenen Aufschlag auf den Grundkilometertarif für die Strecke der A 12 zwischen der Staatsgrenze bei Kufstein und dem Knoten Innsbruck/Amras aus, weil durch die zusätzliche Sondermaut im Unterinntal die ohnehin schon bestehende hohe Belastung der Tiroler Wirtschaft noch verstärkt werde. Laut dem Land müssen jedenfalls die entsprechenden Rechtsgrundlagen geändert und dahin gehende Verhandlungen aufgenommen werden.