Letztes Update am Mi, 09.12.2015 18:17

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wirtschaftspolitik

Steueramnestie in Italien zu Ende - 362 Millionen aus Österreich

129.000 Italiener haben von der Möglichkeit zur Selbstanzeige profitiert, was den Erwartungen der Regierung von Premier Matteo Renzi entspricht.

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Rom – Italiener, die im Ausland befindliche Bankeinlagen, Wertpapiere und andere Vermögenswerte vor dem italienischen Fiskus verheimlicht und sich zur Selbstanzeige entschlossen haben, bescheren den Staatskassen in Rom Einnahmen von 3,8 Mrd. Euro. Aus Österreich flossen 362 Millionen Euro zurück, das sind 0,6 Prozent des gesamten Betrags, teilte das Wirtschaftsministerium in Rom am Mittwoch mit.

Mit der so genannten „Voluntary disclosure“ konnten die Italiener von einer ermäßigten Steuernachzahlung profitieren. Außerdem fiel in den meisten Fällen der Tatbestand der so genannten Eigen-Geldwäsche, der seit 2014 strafrechtlich geahndet wird, weg.

129.000 Italiener haben von der Möglichkeit zur Selbstanzeige profitiert, was den Erwartungen der Regierung von Premier Matteo Renzi entspricht. 69,6 Prozent des aus dem Ausland zurückgeflossenen Geld stammt aus der Schweiz, verlautet es aus dem Wirtschaftsministerium. 7,7 Prozent des Betrags stammen aus dem Fürstentum von Monaco, 3,7 Prozent aus den Bahamas, 2,3 Prozent aus Singapur, 2,2 Prozent aus Luxemburg und 1,9 Prozent aus San Marino, 0,6 Prozent aus Österreich.

Im Gegensatz zur letzten Aktion der Regierung Berlusconi in der jüngsten Vergangenheit war diesmal keine anonyme Rückführung der Gelder möglich. Das Kapital kann auch in Zukunft im Ausland verbleiben, wichtig ist aber, dass es in Italien ordnungsgemäß von den Behörden registriert wird. Das Selbstanzeigeprogramm ist mit dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Italien und der Schweiz verknüpft, das einen Informationsaustausch nach OECD-Standard umfasst. (APA)