Letztes Update am Di, 10.05.2016 06:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Panama Papers

Panama-Daten im Netz: Austro-Firmen und auch Tiroler Adressen

Die Berichte über Hunderttausende Briefkastenfirmen haben die globale Finanzwelt erschüttert. Nun sind die Informationen frei im Internet. Jeder soll sich in den Datenmengen ein Bild der Geschäfte von Firmen, Stiftungen und Treuhandfonds machen können.

Ungewollt im Mittelpunkt: Die Kanzlei Mossack Fonseca.

© REUTERS/Carlos JassoUngewollt im Mittelpunkt: Die Kanzlei Mossack Fonseca.



Washington, Panama-Stadt – Fünf Wochen nach den ersten Berichten über die „Panama Papers“ hat das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) gestern Abend (20 Uhr MEZ) die Rohdaten über Hunderttausende Briefkastenfirmen veröffentlicht. Die Gruppe stellte auf ihrer Homepage (www.icij.org) eine Datenbank mit Informationen über Firmen, Treuhandfonds und Stiftungen in 21 Steueroasen online. „Es ist wahrscheinlich die größte Datenbank über geheime Offshore-Firmen und die Hintermänner, die je veröffentlicht wurde“, teilte das ICIJ mit.

Ein erster Überblick hat dabei gezeigt: In der Datenbank scheinen auch insgesamt 76 Briefkastenfirmen mit einem Österreich-Bezug auf. Offenbar 24 aus den Panama-Papieren und der Rest aus den vor einigen Jahren im Rahmen von „Offshore-Leaks“ an die Öffentlichkeit gelangten Dokumenten. In den Daten tauchen darüber hinaus weitere 140 Namen oder Mittelsfirmen mit Austro-Bezug auf sowie 115 österreichische Adressen, vier davon in Tirol: in Innsbruck, Wattens, Kundl und Natters – Letztere aus früheren „Offshore-Papieren“. Das ICIJ betonte allerdings, dass es mit den veröffentlichten Daten nicht suggerieren wolle, dass die Unternehmen, Personen oder andere Beteiligte etwas Unrechtes getan hätten.

Eine „Müllhalde“ für Originaldokumente solle die Plattform allerdings nicht sein. Persönliche Daten wie Kontoverbindungen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Ausweispapiere seien nicht enthalten. Das ICIJ und andere Medien würden in den kommenden Monaten weiter über einzelne Fälle berichten, an denen ein öffentliches Interesse bestehe, kündigte das Konsortium an.

Zahlreiche Medien des Recherche-Konsortiums hatten Anfang April über gut 200.000 von der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung der „Panama Papers“ führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer internationalen Debatte über Steuer­oasen und Geldwäsche. Mossack Fonseca sieht sich als Opfer eines Datendiebstahls und betont, sich bei ihren Geschäften stets an die Gesetze zu halten. (TT, dpa)

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