Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.08.2016


Wirtschaftspolitik

Heta-Plus dank Schnitt der Schulden

Einen Periodenüberschuss von 7,5 Mrd. Euro meldet die Abbau- gesellschaft der früheren Hypo Alpe Adria, die Heta Asset Resolution.

Die Heta ist die Abbaugesellschaft der einstigen Hypo Group-Alpe-Adria.

© APADie Heta ist die Abbaugesellschaft der einstigen Hypo Group-Alpe-Adria.



Wien, Klagenfurt – FMA-Schuldenschnitt sei Dank: Die Abbaugesellschaft der früheren Hypo Alpe Adria, die Heta Asset Resolution, bilanziert zum Halbjahr per 30. Juni positiv. Der bisherige Verlauf des Abbaus liege über den Erwartungen. Jedoch würden die verbleibenden Assets „durchaus schwerer zu verwerten sein“, sagt Heta-Chef Sebastian Schoenaich-Carolath. „Dennoch gehen wir davon aus, dass unser Ziel, 80 Prozent der Vermögenswerte bis Ende 2018 abgebaut zu haben, erreichbar bleibt.“

Dank der Umsetzung des Schuldenschnitts durch die Finanzmarktaufsicht (54 Prozent für vorrangige Gläubiger, nachrangige Gläubiger zur Gänze) erzielte die Heta im ersten Halbjahr 2016 in ihrem Einzelabschluss nach UGB/BWG einen Periodenüberschuss nach Steuern von 7,5 Mrd. Euro – im Konzernabschluss nach IFRS sind es 6,94 Mrd. Euro. Alleine aus dem riesigen Effekt des Schuldenschnitts stammen 7,15 Mrd. Euro.

Das außerordentliche Ergebnis resultiert daraus, dass die Verbindlichkeiten der früheren Hypo durch den Schuldenschnitt auf 46 bzw. 0 Prozent um 9,45 Mrd. Euro verringert wurden. Auch das Eigenkapital ist dank des Schuldenschnitts wieder positiv. Die Verbindlichkeiten und Rückstellungen reduzierten sich von 17,04 auf 9,15 Mrd. Euro.

Mit den Gläubigern wurde vor dem Sommer eine Absichtserklärung unterzeichnet. Darin einigten sich beide Seiten auf ein neues Rückkauf­angebot für Heta-Schulden, die mit Kärntner Landeshaftungen ausgestattet sind. Denn die Gläubiger würden sonst den FMA-Schuldenschnitt gerichtlich bekämpfen und auf die Landeshaftungen pochen. Kärnten soll 1,2 Mrd. Euro beisteuern, der Rest soll aus der Heta-Verwertung kommen. So sollen die Gläubiger auf mehr als 90 Prozent ihrer offenen Forderungen kommen. (TT, APA)