Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 06.12.2017


Wirtschaftspolitik

Rückenwind für Sozialpartner in Tirol-Umfrage

Zwei Drittel der Tirolerinnen und Tiroler sind für die Beibehaltung der Kammer-Pflichtmitgliedschaft. Die Sozialpartner haben noch Vertrauens-Kredit.

© APA/ROLAND SCHLAGERFinanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP).



Innsbruck – „Die Sozialpartnerschaft ist tot, sie weiß es nur noch nicht“, hatte vor Monaten der scheidende Finanzminister Hans Jörg Schelling gemeint. Und aktuell wird bei den schwarz-blauen Koalitionsverhandlungen über ein mögliches Ende der Pflichtmitgliedschaft in den Kammern gerungen.

Bei den Tirolerinnen und Tirolern ist die Sozialpartnerschaft indes nicht so schlecht angeschrieben: Laut der brandneuen Konsumentenbefragung der Tiroler Wirtschaftskammer, der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) sowie der TT (500 Befragte durch IMAD) trauen den Sozialpartnern 45 Prozent der Befragten am ehesten neue Ideen und Vorschläge für ein wirtschaftlich starkes und sozial gerechtes Österreich zu – weit mehr als der Bundesregierung (26 Prozent) oder den Parteien (17 Prozent). 12 Prozent trauen dies eher anderen Organisationen wie NGOs oder gar niemandem zu.

Eine funktionierende Sozialpartnerschaft ist für 84 Prozent der Befragten sehr wichtig oder wichtig und für 14 Prozent wenig oder gar nicht wichtig (2 Prozent machten keine Angabe). Nicht abgefragt wurde allerdings, ob und wie gut die Sozialpartnerschaft aus Sicht der Bevölkerung zurzeit funktioniert.

Zum heißen Eisen Pflichtmitgliedschaft (an der vor allem FPÖ und NEOS heftig rütteln) befragt, sind 65 Prozent für die Beibehaltung und 27 Prozent für die Abschaffung (8 Prozent keine Angabe). Bei den Unternehmern ist die Zustimmung zur Mitgliedschaft mit 60 zu 35 Prozent zwar auch klar positiv, aber am relativ geringsten. Als wichtigste Aufgaben der Kammern sieht man Service und Beratung sowie die Interessenvertretung gegenüber der Politik. (va)


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