Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 01.02.2018


Wirtschaftspolitik

Land Tirol pumpt Fördergeld in Wärmepumpen

© DählingThomas Gasser (Tiwag, r.) und LHStv. Josef Geisler veranschaulichten an einem einfachen Modell die Funktionsweise von Wärmepumpen.Foto: Dähling



Jenbach – Teure, laute, komplizierte Stromfresser – mit diesen Vorurteilen haben Wärmepumpen zu kämpfen. „Inzwischen zu Unrecht, denn hier hat es eine rasante technologische Entwicklung gegeben“, sagte LHStv. Josef Geisler gestern bei der Präsentation der Wärmepumpenoffensive von Land und Tiwag beim Kraftwerk in Jenbach. Mit der Bereitstellung von rund 1 Mio. Euro an Fördergeldern soll der Anteil der Wärmepumpen in Tirol erhöht werden.

Derzeit werden von den rund 306.000 Tiroler Haushalten nur fünf Prozent durch Wärmepumpen beheizt. „Wir sind da ein Entwicklungsland. Im Burgenland sind es 18 Prozent, in Vorarlberg 13 Prozent“, informiert Tiwag-Vorstandsdirektor Thomas Gasser. Er verweist auf 12.000 Wohneinheiten, die jährlich in Tirol saniert werden, und 6000 Wohneinheiten, die jährlich neu errichtet werden. Ziel sei es, dass jährlich 2000 Wärmepumpen fossile Energieträger ersetzen. Für Öl und Gas fließen laut Geisler jährlich zwei Milliarden Euro außer Landes. Geld, das im Land bleiben und hier die Energie-Wirtschaft ankurbeln soll. Bekanntlich will Tirol bis zum Jahr 2050 ohne fossile Brennstoffe auskommen. „Trotz Wirtschaftswachstum und steigender Bevölkerung sinkt der Energieverbrauch“, sieht Geisler Tirol auf einem guten Weg.

Land Tirol, Tiwag, Energie Tirol sowie die Innung haben das „Netzwerk Wärmepumpe Tirol“ als zentrale Anlaufstelle gegründet. Seit heute ist die neue Internetplattform www.nwwp.tirol online, auf der man sämtliche Informationen rund um das Thema Wärmepumpen und deren Förderung finden kann. So fördert die Tiwag etwa jede Neuanschaffung einer Wärmepumpe u. a. mit einer Energiegutschrift von 3000 kWh (entspricht dem Jahresenergiebedarf einer Wärmepumpe im Einfamilienhaus). „Auf zwanzig Jahre gerechnet, kostet eine in der Anschaffung etwas günstigere Ölheizung 55.000 Euro, eine Luftwärmepumpe dagegen nur 35.000 Euro“, verdeutlicht Gasser. (ad)