Letztes Update am Do, 03.05.2018 11:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wirtschaftspolitik

EU-Prognose: Positive Wachstumsdynamik für Österreich

Die EU-Frühjahrsprognose attestiert Österreich eine „positive Wachstumsdynamik“. Das Wirtschaftswachstum hat 2017 ein Sechs-Jahres-Hoch erreicht. Die Wachstumsaussichten sind robust und stabil.

© BANGSymbolbild.



Brüssel, Wien – Die EU-Frühjahrsprognose sieht für Österreichs Budgetdefizit ein Absinken auf 0,5 Prozent im laufenden Jahr und eine weitere Reduktion auf 0,2 Prozent für 2019 vor. Die Staatsschuld soll von 78,4 Prozent des BIP im Vorjahr auf heuer 74,8 Prozent und weiter auf 71,7 Prozent des BIP im nächsten Jahre fallen.

Beim Defizit ist im Vergleich der 28 EU-Staaten im laufenden Jahr die Prognose ein Abgang von 0,8 Prozent für 2018 und 2019. Im laufenden Jahr weisen bereits 13 Mitgliedsländer einen Budgetüberschuss auf. Den höchsten hat laut Prognose Zypern mit 2,0 Prozent. Das stärkste Defizit muss Rumänien (-3,4 Prozent) hinnehmen.

Bei den Staatsschulden wird für die EU-28 heuer eine Quote von 81,2 Prozent des BIP erwartet, für nächstes Jahr ein leichtes Absinken auf 79,1 Prozent. Unter der Maastricht-Grenze von 60 Prozent werden für das laufende Jahr 13 EU-Staaten ausgewiesen. Die geringste Staatsschuld weist Estland mit nur 8,8 Prozent des BIP aus. Weiterhin schlechtestes Land ist Griechenland mit 177,8 Prozent des BIP, vor Italien (130,7 Prozent), Portugal (122,5 Prozent), Zypern (105,7 Prozent) und Belgien (101,5 Prozent). Diese fünf Länder sind die einzigen mit einem Anteil über der 100-Prozent-Grenze.

Bei der Arbeitslosigkeit entspannt sich die Lage zunehmend. Die EU-28 erwartet für heuer ein Absinken auf 7,1 Prozent und für 2019 einen weiteren Rückgang auf 6,7 Prozent. Die Eurozone kann mit 8,4 Prozent 2018 und einem Rückgang auf 7,9 Prozent 2019 rechnen. Österreichs Arbeitslosigkeit sinkt von 5,5 Prozent 2017 über 5,2 Prozent für heuer auf 5,0 Prozent 2019. Die geringste Arbeitslosenquote im laufenden Jahr weist laut Prognose Tschechien mit 2,4 Prozent vor Deutschland mit 3,6 Prozent auf. Am höchsten liegt sie weiterhin in Griechenland (20,1 Prozent) und Spanien (15,3 Prozent).

Die Inflationsrate bleibt stabil. In der EU ist der Wert 2018 unverändert bei 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und wird 2019 auf 1,8 Prozent ansteigen. Die Eurozone ist ebenfalls im heurigen Jahr mit 1,5 Prozent unverändert gegenüber 2017 und wird 2019 auf 1,6 Prozent leicht nach oben gehen. Österreichs Inflationsrate sinkt dagegen von 2,2 Prozent im Vorjahr über 2,1 Prozent heuer auf 1,9 Prozent 2019. Die geringste Teuerung im laufenden Jahr hat laut Prognose Griechenland mit 0,5 Prozent zu erwarten. Am stärksten werden die Preise demnach in Rumänien mit 4,2 Prozent steigen.

„Positive Wachstumsdynamik“

Die EU-Frühjahrsprognose attestiert Österreich eine „positive Wachstumsdynamik“. In dem Länderbericht heißt es, dass das Wirtschaftswachstum 2017 mit 2,9 Prozent des BIP ein Sechs-Jahres-Hoch erreicht habe. Die Wachstumsaussichten seien robust und stabil.

Positiv hervorgehoben wird auch der solide Arbeitsmarkt und das kontinuierliche Sinken der Arbeitslosigkeit. Zur Inflation heißt es, dass diese nach einem starken Anstieg 2017 auf 2,2 Prozent auch in den nächsten Jahren bei über zwei Prozent liegen dürfte.

Zum Budgetdefizit wurde in dem Länderbericht angemerkt, dass nach einer Verschlechterung 2016 auf 1,6 Prozent des BIP nun eine deutliche Verbesserung 2017 mit einer Reduktion auf 0,7 Prozent erreicht worden sei. 2018 wird ein weiteres Absinken auf 0,5 Prozent und für 2019 sogar auf 0,2 Prozent vorausgesagt.

Positiv hervorgehoben wurden neben der steigenden Beschäftigung auch höhere Löhne und damit verbunden mehr Einkommenssteuern und höhere Sozialbeiträge. Bei den Staatsschulden wird lobend angemerkt, dass der Rückgang von 78,4 Prozent 2017 auf 74,8 Prozent 2018 und auf 71,7 Prozent 2019 auch auf die Ausgliederung schlechter Vermögenswerte der Banken zurückzuführen sei. (APA)