Letztes Update am Fr, 04.05.2018 19:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Welthandel

Frankreich lehnt Strafzölle-Deals mit USA ab

EU-Kommissarin Malmström schlägt ein „eingeschränktes“ Handelsabkommen vor.

© REUTERS(Symbolfoto)



Paris, Berlin, Brüssel – Frankreich beharrt darauf, mit den USA keine Verhandlungen über die angedrohten Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU zu führen. „Die französische Regierung teilt die Position der EU-Kommission, nämlich eine vollständige, dauerhafte und bedingungslose Ausnahme zu fordern“, sagte Jean-Baptiste Lemoyne, Staatssekretär im Außenministerium, der Zeitung „Les Echos“ am Freitag.

„Wir teilen nicht die Strategie, die zum Ziel hat, Verhandlungen über Zölle einzugehen.“ Ob er damit konkret auf Deutschland oder andere Länder anspielte, sagte er nicht. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel tritt dafür ein, mit den USA ein umfassendes Zoll- und Handelsabkommen zu verhandeln, Frankreich lehnt dies ab.

Lemoyne sagte, die französische und die deutsche Regierung führten kontinuierlich Gespräche über das Thema. Sie verträten die gemeinsame Ansicht, dass die Europäische Union „nicht der Sündenbock der Spannungen im Stahl-Handel“ sein dürfe. Diese seien von anderen Ländern ausgelöst worden.

Eingeschränktes Abkommen für EU möglich

Die EU ist nach Aussagen ihrer Handelskommissarin Cecilia Malmström offen für ein „eingeschränktes“ Handelsabkommen mit den USA. Voraussetzung sei allerdings eine vollständige Befreiung er EU von den US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium, sagte Malmström in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Ein eingeschränktes Abkommen sei „das Einfachste, falls wir schnell Ergebnisse wollen“, erklärte die EU-Kommissarin.

In Berlin mahnte die deutsche Bundesregierung zuvor eine rasche, gemeinsame EU-Position an, um US-Strafzölle auf Aluminium und Stahl aus Europa zu verhindern. Wirtschaftsminister Peter Altmaier hatte eingeräumt, dass eine solche EU-Position genauso schwer zu erreichen sei wie ein Fortschritt in den Gesprächen mit den USA. Die USA haben Zölle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren verhängt. Die EU ist vorläufig davon ausgenommen. Eine entsprechende Ausnahmeregelung wurde jüngst um einen Monat bis zum 1. Juni verlängert. (APA/Reuters/AFP)




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