Letztes Update am Di, 15.05.2018 11:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Türkei

Erdogan will bei Geldpolitik künftig ein Wörtchen mitreden

Im Falle eines Wahlsiegs im Juni will der türkische Präsident die Notenbank stärker unter seine Fittiche nehmen. Erdogans Rechnung: Niedrige Zinsen, wenig Inflation.

© ReutersDer türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan.



Ankara – Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan will im Falle seines Wahlsiegs bei der Präsidentenwahl im Juni die Notenbank an die kurze Leine nehmen.

Die Zentralbank bleibe zwar auch nach der Umstellung auf das Präsidialsystem in der Türkei unabhängig, sagte Erdogan in einem am Dienstag veröffentlichten Interview von Bloomberg TV. Doch die Währungshüter könnten die vom Staatsoberhaupt ausgehenden Signale nicht ignorieren, sobald das neue System etabliert sei.

Erdogan begründet seinen Anspruch auf Mitsprache in geldpolitischen Fragen mit einer Rechenschaftspflicht gegenüber den Bürgern. Diese seien schließlich von Zinsentscheidungen der Notenbank direkt betroffen: „Da sie den Präsidenten danach fragen werden, müssen wir das Bild eines in der Geldpolitik effizienten Präsidenten vermitteln.“

Dies sei für einige eine „ungemütliche“ Vorstellung, sagte Erdogan: „Doch wir müssen das tun.“ Die Türkei leidet unter einem hohen Leistungsbilanzdefizit und einer Inflation von mehr als zehn Prozent. Erdogan sagte, die Zinsen seien die Ursache des Preisauftriebs. „Je niedriger der Zins ist, desto niedriger wird die Inflation ausfallen.“




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