Letztes Update am Di, 15.05.2018 15:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Luftfahrt

68-Jährige soll Air France-KLM aus der Krise bringen

Die frühere französische Staatssekretärin Anne-Marie Couderc wurde zur Interimschefin ernannt und soll den Tarifstreit mit der Belegschaft schlichten.

© REUTERSDie Air-France-Mitarbeiter streiken seit Februar für mehr Geld. Die Gewerkschaften fordern um 5,1 Prozent mehr Lohn für dieses Jahr.



Paris – Die Luftfahrtgruppe Air France-KLM ernannte am Dienstag die frühere französische Staatssekretärin Anne-Marie Couderc zur Interimschefin, wie die Unternehmensleitung mitteilte. Die 68-Jährige soll den Tarifstreit mit der Belegschaft schlichten, bis eine neue Führung gefunden ist.

Konkret übernimmt Couderc als nicht-geschäftsführende Präsidentin die Spitze des Verwaltungsrats, bis ein Nachfolger für den Job des Konzernchefs gefunden ist. Der bisherige Konzernchef Jean-Marc Janaillac hatte nach einer Schlappe im Tarifkonflikt in Frankreich seinen Rücktritt angekündigt.

Finanzchef Frederic Gagey übernimmt übergangsweise die Rolle des Generaldirektors, wie das französisch-niederländische Unternehmen am Dienstag mitteilte. Er soll das operative Geschäft in einem Drei-Mann-Komitee mit den Chefs der beiden Konzernsparten Air France und KLM, Franck Terner und Pieter Elbers, steuern.

Mitarbeiter lehnten Kompromissvorschlag ab

Die Interimsführung sollte nach der Hauptversammlung des Konzerns am Dienstagnachmittag das Ruder übernehmen. Janaillac hatte Anfang Mai im Tarifstreit mit der Belegschaft seinen Rücktritt erklärt. Die Mitarbeiter von Air France lehnten seinen Kompromissvorschlag zur Lösung des Tarifstreits ab.

Die Mitarbeiter der Airline streiken seit Februar für mehr Geld, ein Ende des kostspieligen Tarifkonflikts ist nicht in Sicht. Die Gewerkschaften fordern um 5,1 Prozent mehr Lohn für dieses Jahr. Der französische Staat hält gut 14 Prozent des Kapitals an Air France-KLM. (APA/AFP/dpa)