Letztes Update am Di, 05.06.2018 13:14

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kärnten

Klagenfurter Flughafen wird teilprivatisiert

Der Klagenfurter Flughafen soll „im Sinne eines Alpen-Adria-Drehkreuzes“ positioniert werden. Der künftige Mehrheitseigentümer ist Investor Franz Peter Orasch.

© APA/ROLAND SCHLAGERKärntens Landeshauptmann Peter Kaiser.



Klagenfurt – Die Kärntner Landesregierung hat am Dienstag einstimmig die Teilprivatisierung des Klagenfurter Flughafens beschlossen. Wie Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) nach der Regierungssitzung vor Journalisten sagte, habe der künftige Mehrheitseigentümer, Investor Franz Peter Orasch, seine Pläne zuvor der Landesregierung vorgelegt. Kaiser bezeichnete das als „beeindruckende Präsentation“.

Der Klagenfurter Flughafen soll „im Sinne eines Alpen-Adria-Drehkreuzes“ positioniert werden, berichtete Kaiser von den Plänen des Investors, weitere Fluglinien sollen dazu gebracht werden, Klagenfurt verstärkt anzufliegen. Keinen Kommentar gab es jedoch zu den konkreten Zahlen, weder zum Kaufpreis noch zu geplanten Investitionen oder angestrebten Passagierzahlen.

Kaiser rechnet mit Closing in zwölf Wochen

„Ich gehe davon aus, dass es bald eine Präsentation im Klagenfurter Stadtsenat geben wird, danach sollen zeitnah die Beschlüsse der Stadt folgen“, sagte Kaiser zum geplanten weiteren Ablauf. Danach sei noch die Kartellbehörde am Wort, Kaiser rechnet aber damit, dass das Closing in zwölf Wochen abgeschlossen ist. Landesrat Martin Gruber (ÖVP) sagte, mit den Plänen sei eine Weiterentwicklung des ganzen Flughafengeländes zu erwarten. Er verwies auch auf die Verzögerung des Beschlusses in den vergangenen Wochen: „Bei so einem großen Geschäft war es nötig, dass wirklich alle Vertragsteile auf das kleinste und genaueste abgeklärt werden.“

Zu der Präsentation der Pläne für den Klagenfurter Flughafen waren auch Vertreter von FPÖ und Team Kärnten (TK), den Oppositionsparteien im Kärntner Landtag, eingeladen. FPÖ-Klubobmann Gernot Darmann sprach von einem „sehr überzeugenden Projekt“ und einer „Riesen-Chance für den Wirtschaft- und Tourismusstandort Kärnten“. Gerhard Köfer, Obmann der Interessengemeinschaft TK, lobte ebenfalls die Präsentation, nun gelte es aber, „schleunigst in die Umsetzungsphase zu kommen“.

Ende April wurde bekannt, dass Oraschs Lilihill Capital Beteiligung GmbH bei der Teilprivatisierung des Klagenfurter Flughafens zum Zug kommt. Die Beteiligung von Lilihill an der Kärntner Flughafen Betriebsgesellschaft wird 74,9 Prozent betragen. Eine Sperrminorität von 25,1 Prozent bleibt im Eigentum der öffentlichen Hand, also bei den bisherigen Eigentümern Land Kärnten und Stadt Klagenfurt. (APA)