Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 24.07.2018


Wirtschaftspolitik

Herbstlohnrunde: Ringen um 110.000 Tiroler Löhne

Metaller, Handel, Beamte: Die großen Herbstrunden betreffen jeden 3. Tiroler Beschäftigten.

© Getty ImagesDie Metallindustrie läutet am 20. September die Herbstlohnrunde ein, weitere große Branchen folgen unmittelbar danach.Foto: iStock



Innsbruck – Rund 340.000 Beschäftigte gibt es in Tirol. Für rund ein Drittel davon wird in den vier großen Herbstlohnrunden um die Erhöhung der Gehälter bzw. Löhne, Urlaub sowie um andere Rahmenbedingungen gerungen. Angesichts der von der Regierung ohne ein sonst übliches Begutachtungsverfahren durchgedrückten Änderung des Arbeitsmarktgesetzes – Stichwort 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche – bahnt sich ein besonders heißer Herbst an, Gewerkschaften bringen sich in Stellung.

Den Anfang der großen Verhandlungsrunden macht am 20. September die Metallindustrie, in der in Tirol 18.000 Menschen beschäftigt sind. Hier verhandeln einzelne Fachverbände getrennt voneinander, wobei am Ende erfahrungsgemäß trotzdem überall die gleichen Abschlüsse zustande kommen. Der größte Fachverband ist der FMTI, dem zwei Drittel aller Industriebetriebe angehören. Die Verhandlungen dürften – besonders heuer – wohl nicht vor November abgeschlossen sein.

Fast gleichzeitig, am 25. September, starten die Kollektivvertrags-Verhandlungen im Metallgewerbe. In Tirol betrifft es laut ÖGB Tirol 9000 Beschäftigte, die Verhandlungen dürften sich aller Voraussicht nach bis Dezember ziehen.

Am 30. Oktober werden die KV-Verhandlungen im Handel angepfiffen. Dabei handelt es sich um die Branche mit den meisten Beschäftigten, in Tirol geht es für 55.000 Personen um Löhne, Gehälter, Urlaub und sonstige Arbeitsbedingungen. In den vergangenen Jahren sind die Verhandlungen wesentlich ruhiger abgelaufen als bei den Metallern.

Schließlich folgen die Beamten. Hier sei laut ÖGB Tirol der Verhandlungstermin noch nicht abschätzbar. Gegen Ende August werde die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst die Regierung um Aufnahme der Verhandlungen bitten. In Tirol sind direkt 20.000 Bundesbedienstete betroffen, für Landes- und Gemeindebedienstete wird der Abschluss dann in der Regel angewandt. Damit sind in Summe mehr als 30.000 Bedienstete in Tirol betroffen. (mas)




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