Letztes Update am So, 09.09.2018 13:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien

Italien will Ladeöffnungszeiten am Sonntag einschränken

Einkaufszentren sollen an lediglich acht Sonntagen im Jahr öffnen dürfen.

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Rom – Die italienische Regierung aus Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung will die starke Liberalisierung bei den Ladeöffnungszeiten rückgängig machen. Die italienische Abgeordnetenkammer prüft einen Gesetzesentwurf, mit dem Geschäfte an lediglich 8 Sonntagen im Jahr offen sein können.

Damit soll der Liberalisierung bei Ladenöffnungen, die 2012 eingeführt worden war, Schranken gesetzt werden. Das geltende Gesetz sieht vor, dass Geschäfte, Supermärkte und Einkaufszentren 24 Stunden am Tag, 7 Tage pro Woche inklusive Feiertage geöffnet sein können. Die Ladenöffnungszeiten sollen von Regionen und Kommunen geregelt werden.

„Innerhalb eines Jahres werden wir ein Gesetz verabschieden, mit dem Einkaufszentren nicht mehr an Sonntagen und Feiertagen offen sein können. Die Ladenöffnungszeiten werden nicht mehr frei sein, wie bisher. Diese Liberalisierung zerstört die italienischen Familien. Man muss wieder beginnen, die Öffnungszeiten zu regeln“, sagte der italienische Vizepremier und Industrieminister Luigi Di Maio nach Medienangaben vom Sonntag.

Gewerkschaften begrüßen Regierungspläne

„Die Ladenöffnung am Sonntag und an Feiertagen, auch die der großen Einkaufszentren, hat nicht die positiven Auswirkungen auf Wirtschaft und Beschäftigung gehabt, die man sich mit der Liberalisierung Montis erhofft hatte. Sie benachteiligt die Arbeitnehmer, die sonntags arbeiten müssen, und den Kleinhandel. Es ist besser, wenn das geltende Gesetz abgeschafft wird“, sagte Barbara Saltamartini, Präsidentin der Kommission für produktive Tätigkeiten in der italienischen Abgeordnetenkammer.

Die Pläne der Regierungsparteien werden von den Gewerkschaften und dem Handelsverband Confesercenti begrüßt, sie stoßen jedoch beim Verband der Großhändler auf scharfen Widerstand. Dieser beschuldigte die Regierungsparteien, dem Druck der Lobby der Kleinhändler nachzugeben und damit Millionen von Konsumenten zu schaden. (APA)