Letztes Update am Sa, 22.09.2018 10:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Umfrage

Mehrheit der Italiener gegen einkaufsfreien Sonntag

56 Prozent der Befragten sind gegen die Pläne der Regierung, die Ladenöffnungszeiten einzuschränken.

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Rom – Die italienische Regierung aus Lega und populistischer Fünf-Sterne-Bewegung will die weitgehende Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten rückgängig machen, stößt mit ihrem Vorhaben jedoch auf wenig Zustimmung in der Bevölkerung. Laut einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pagnoncelli sind 56 Prozent der Befragten gegen einen einkaufsfreien Sonntag.

39 Prozent der Befragten befürworten dagegen die Pläne, die 2012 beschlossene Liberalisierung bei Ladenöffnungen rückgängig zu machen. Das geltende Gesetz sieht vor, dass Geschäfte, Supermärkte und Einkaufszentren 24 Stunden am Tag, sieben Tage pro Woche inklusive Feiertage geöffnet sein können. Die italienische Abgeordnetenkammer prüft einen Gesetzesentwurf, wonach Geschäfte an lediglich acht Sonntagen im Jahr offen sein können.

46 Prozent der Befürworter der Sonntagsschließung meinen, man solle Arbeitnehmern die Sicherheit des sonntäglichen Ruhetags garantieren. 28 Prozent sind der Meinung, Feiertage dürften nicht dem Konsumismus geopfert werden. 23 Prozent vertreten die Ansicht, man müsse den Kleinhandel schützen.

Die Befürworter des Einkaufens am Sonntag und an Feiertagen meinen, die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten fördere die Beschäftigung, 27 Prozent glauben, eine moderne Gesellschaft solle maximale Unternehmensfreiheit garantieren. Elf Prozent befürchten einen Konsumrückgang in Zusammenhang mit der beschränkten Öffnungszeiten.

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Die Pläne der italienischen Regierungsparteien werden von den Gewerkschaften und dem Handelsverband Confesercenti begrüßt, sie stoßen jedoch beim Verband der Großhändler auf heftigen Widerstand. Dieser beschuldigte die Regierungsparteien, dem Druck der Lobby der Kleinhändler nachzugeben und damit Millionen von Konsumenten zu schaden. (APA)