Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 07.10.2018


Wirtschaftspolitik

Maßnahmen gegen Flug-Chaos

Nach dem Chaos-Sommer haben sich Politik und Wirtschaft auf Schritte gegen Verspätungen und Ausfälle in Luftverkehr geeinigt.

© KeystoneDas Chaos der letzten Monaten soll sich nicht wiederholen.



Hamburg – Passagier­e sollen sich künftig auf ihre Flüge besser verlassen können: Vertreter von Bund, Ländern und der Luftverkehrswirtschaft haben sich am Freitag in Hamburg auf eine Reihe von Maßnahmen verständigt, um Missstände im Luftverkehr aufzuräume­n.

Die von den Teilnehmern beschlossenen Maßnahmen sehen unter anderem vor, mehr Fluglotsen auszubilden, sie von Sonderaufgaben zu entlasten und flexibler einzusetzen. Das System der Sicherheitskontrollen auf deutschen Flughäfen, das an anderen europäischen Airports weitaus effektiver arbeitet, soll auf den Prüfstand gestellt werden. Bislang ist die Bundespolizei für die Personenkontrollen zuständig, die wiederum private Dienstleister beauftragt. Der Frankfurter Flughafen will zehn neue Kontrolllinien einrichten, andere Flughäfen zusätzliche Flächen für die Security-Checks bereitstellen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erklärte, sein Unternehmen werde zusätzliche Flugzeuge und Crews an den großen Flughäfen bereitstellen und insgesamt 600 zusätzliche Stellen für die Verbesserung der Qualität schaffen. Die von Verbraucherschützern und Politikern geforderte Stärkung von Fluggastrechten stand nicht im Mittelpunkt des Gipfels. Vielmehr gehe es zunächst darum, Verbesserungen innerhalb des Systems zu erreichen, um die Leistungsfähigkeit zu verbessern, sagten mehrere Teilnehmer. „Wir müssen nicht nur die aktuellen Kapazitätsanforderungen erfüllen, sondern auch die der Zukunft“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Dieter Scheurle.