Letztes Update am Sa, 13.10.2018 07:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eurozone

Draghi: Lockere Geldpolitik der EZB noch immer notwendig

Als eines der größten Risiken für die Stabilität in der Eurozone sieht Draghi einen ungeordneten Brexit.

© dpaMario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB).



Frankfurt – Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, hat kein Ende der lockeren Geldpolitik in der Eurozone in Aussicht gestellt. „Signifikante geldpolitische Stimuli sind noch immer nötig“, heißt es in einer Stellungnahme Draghis zur Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds in Nusa Dua (Indonesien). Die Inflationsziele seien mittelfristig noch nicht erreicht.

Die Bank sei jedoch zu jeder Korrektur bereit, die nötig sei, um die Inflationsziele auf nachhaltige Weise zu erreichen, sagte der oberste europäische Währungshüter.

Bankensituation hat sich verbessert

Die Situation der europäischen Banken habe sich seit der Finanzkrise weiter verbessert, heißt es in der Stellungnahme weiter. Die Kernkapitalquote habe sich im ersten Quartal nur leicht von 14,6 Prozent auf 14,1 Prozent verringert. Der Anteil fauler Kredite in den Bilanzen der großen Banken sei weiter von 5,9 Prozent vor einem Jahr auf 4,8 Prozent gesunken. Ein Problem der Banken sei weiterhin die geringe Profitabilität: Die Eigenkapitalrendite sei von 7,1 auf 6,6 Prozent weiter gesunken, betonte Draghi.

Als eines der größten Risiken für die Stabilität in der Eurozone sieht Draghi einen ungeordneten Brexit. Während ein vertraglich sauber geregelter EU-Austritt Großbritanniens nur ein geringes Schockrisiko bedeute, wäre ein ungeordneter Brexit ein großer Unsicherheitsfaktor. Draghi rief auch private Unternehmen auf, sich auf diese Situation vorzubereiten. (APA/dpa)