Letztes Update am So, 18.11.2018 14:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Metaller KV

Runde sieben der Metaller: Zeichen stehen auf Abschluss

Am Nachmittag hielten die Verhandlungen noch an, die Hoffnung ist aber groß, dass es heute zu einem Abschluss kommen könnte. Die Streikdrohung der Gewerkschaften für Montag und Dienstag blieb zunächst aufrecht. Aus der Sicht der Verhandlungspartner war zu Beginn der Gespräche „noch ein hartes Brett zu bohren“.

© APA/HochmuthPRO-GE-Chef Rainer Wimmer und der Chef der GPA-djp Karl Dürtscher (R) vor Beginn der 7. Runde der Metaller-KV Verhandlungen am Sonntag.



Wien – Die siebente Runde der Metaller-KV-Verhandlungen hat am frühen Sonntagnachmittag angedauert. Unter Beobachtern war die Hoffnung groß, dass es heute zu einem Abschluss kommen könnte. Wäre ein solcher für heute ausgeschlossen, hätte es womöglich schon einen Abbruch gegeben, also stünden die Zeichen auf Abschluss, hieß es von Insidern.

Vor Beginn der Verhandlungsrunde hielten sowohl die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmervertreter eine Einigung für möglich. Beide Seiten verlangten jeweils voneinander auch noch Bewegung.

Kurz brandete bei der großen Verhandlungsrunde der Gewerkschafter – die nicht direkt an den Verhandlungen teilnimmt, sondern einer etwaigen Einigung der eigentlichen Verhandlungsrunde zustimmt oder sie ablehnt – Jubel auf: Aber nicht etwa, weil der erhoffte 5-Prozent-Abschluss mit umfangreichen Zugeständnissen im Rahmenrecht bereits erzielt wurde, sondern weil Marcel Hirscher den Slalom in Levi gewonnen hatte.

Im Zeichen der Entgelte

Die Metaller-Kollektivvetragsverhandler hatten sich am Sonntagvormittag einmal mehr getroffen, um endlich eine KV-Einigung zu schaffen. Vor allem geht es ums Geld. Die Streikdrohung der Gewerkschaften, am Montag und Dienstag ganze Schichten ausfallen zu lassen, ist aufrecht, gibt es heute keine Lösung. Beide Seiten hielten vor Verhandlungsstart um 11 Uhr ein Übereinkommen für möglich.

Beim Rahmenrecht scheinen sich beide Seiten seit der vorigen Runde von Donnerstag auf Freitag praktisch einig. Die Arbeitnehmer waren mit einer 5-Prozent-Forderung in die Verhandlungen gegangen, zu der es nun heißt, „wir sind am Verhandeln“.

Arbeitgeber: „Einigung grundsätzlich möglich“

„Wir haben heute noch ein hartes Brett zu bohren, eine Einigung ist grundsätzlich möglich“, sagte der Sprecher der Arbeitgebervertreter, Christian Knill. „Allerdings müssen sich auch die Gewerkschaften noch bewegen. Angesichts des konjunkturellen Umfeldes hat der Abschluss eine wichtige Wirkung in die Zukunft, er muss daher in jedem Fall vernünftig sein.“

„Wir sind uns beim letzten Mal ein bisserl näher gekommen. Im Rahmenrecht gab es Fortschritte. Offen ist noch das Geld, die Höhe des Abschlusses. Hier gab es auch ein bisschen Bewegung – aber eindeutig zu wenig“, sagte Arbeitnehmer-Verhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) im Gespräch mit der APA. „Wenn es so zäh bleibt wie beim letzten Mal, dann haben wir ein Riesenproblem.“ Ohne eine Einigung beginnen erste Streiks am Montag um 6 Uhr. Ganze Schichten fallen aus. „Dann steigert sich das natürlich“, sagte Wimmer.

Karl Dürtscher (GPA-djp) sagte, „wir fürchten uns nicht vor einem Streik, wir wollen aber auch keinen“. Wie viele Betriebe gegebenenfalls bestreikt werden könnten, ließen die Gewerkschafter offen. „Gehaltsrechtlich hängen wir noch ordentlich.“

51 Prozent der Österreicher halten Forderung für berechtigt

Indes halten laut einer Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Marketing (OGM, n=503), über die der „Kurier“ (Samstag) berichtet, 51 Prozent der Österreicher die Forderung der Gewerkschaft nach einem Plus von 5 Prozent für berechtigt. Vor allem Anhänger der SPÖ, der kleinen Oppositionsparteien und der FPÖ sind darunter. 39 Prozent halten das für überzogen, vor allem ÖVP-Wähler. Die restlichen 10 Prozent haben keine Meinung. Ähnlich ist die Haltung zu den Warnstreiks, außer ÖVP-Wähler befürworten die Wähler aller anderen Parteien die Maßnahme.

Auch das neue Arbeitszeitgesetz, wegen dem die Gewerkschaften heuer besondere Kompensationen im Rahmenrecht verlangen, wird von den OGM-Befragten kritisch gesehen. Eine relative Mehrheit von 47 Prozent meint, dass die Missachtung der Freiwilligkeit häufig vorkommt. Vor allem Anhänger der SPÖ, der kleinen Oppositionsparteien und Jüngere denken so. FPÖ-Anhänger sehen das ausgeglichen. ÖVP-Wähler glauben mehrheitlich, dass es sich um Einzelfälle handelt. (APA)