Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.11.2018


Wirtschaftspolitik

Drohnen transportieren Pakete und Menschen

Für FPÖ-Verkehrsminister Hofer sind die 5G-Strategie und das autonome Fliegen wichtige Innovationen. Für Drohnen brauche es ein „Regelwerk“.

© dpaMit dem 5G-Netz kommt neue Technik: Die Antennen können laut Verkehrsminister Hofer auf öffentlichen Gebäuden installiert werden.



Von Cornelia Ritzer

Wien – Dem Verkehrsministerium steht 2018 ein Budget von 3,82 Mrd. Euro zur Verfügung. Im Vergleich zu den großen Investitionen in Verkehr und Infrastruktur sind die 880 Mio. Euro, die unter dem Titel „Innovationen“ laufen, überschaubar. Nichtsdestotrotz schätzt Verkehrs- und Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) das Budget für Innovationen im Gespräch mit der TT als „gut“ ein. Damit vorangetrieben werden sollen die Anhebung des Mobilfunks auf 5G-Standard sowie das autonome Fliegen.

„Das 5G-Netz wird alles verändern“, ist Hofer überzeugt. Ob für die neue Schule (Stichwort Tablets) oder technologisch fortschrittliche Smart Citys – das schnelle Netz mit 10 Gigabytes pro Sekunde werde gebraucht. Nicht zuletzt, um die Industrie 4.0 im Land halten zu können und neue Betriebe in Österreich anzusiedeln, so Hofer.

Im Februar 2019 soll die erste Tranche im Gigahertz-Bereich versteigert werden. Mit diesem Termin komme das Verkehrsministerium einem Wunsch der Betreiber nach, die bis dahin an der notwendigen Technik feilen. Das Ziel sei jedenfalls, bis 2020 die Landeshauptstädte mit dem LTE-Nachfolger versorgt zu haben, dann 2023 die Hauptverkehrsverbindungen Bahn und Straße. 2025 soll 5G dann flächendeckend in Österreich umgesetzt sein.

Wo die zahlreichen kleinen Antennen, die den neuen Mobilfunkstandard liefern, stehen werden, ist laut Hofer schon geklärt. „Jedwedes Eigentum der öffentlichen Hand steht dafür zur Verfügung.“ Also auch Grundstücke der ÖBB und der Asfinag. Natürlich „gegen marktübliches Entgelt“, sagte der Verkehrsminister.

Hofer ist überzeugt, dass so genannte „manntragende“ autonome Drohnen zum Alltag gehören werden. „2035 werden laut Prognose über Paris 90.000 Drohnen in der Luft sein, sowohl Pakete als auch Menschen, die transportiert werden.“ Bei aller Begeisterung über die „nächste große Revolution in der Luftfahrt“ (Hofer) und die neue Transportmöglichkeit brauche es aber ein „Regelwerk“: „Wir müssen den Luftraum neu ordnen. Am besten wäre, man legt Verkehrsverbindungen über Straßen fest, wo Drohnen fliegen dürfen.“

Das autonome Fahren mit Pkw ist in Deutschland bereits zugelassen. „Ich werde es auch in Österreich zulassen“, kündigte Hofer an. Für ihn ist das „eine Chance, dass Autofahren sicherer wird. Denn die meisten Fehler passieren immer noch durch den Menschen.“ Schon ab 1. Jänner 2019 dürfen laut Verkehrsministerium Pkw mit den dafür erforderlichen Systemen auf Autobahnen und Schnellstraßen ohne menschliches Lenken fahren. Und auch das autonome Einparken ist ab diesem Zeitpunkt erlaubt. Die entsprechende Verordnung des Ministeriums ist aktuell in Begutachtung.