Letztes Update am Mi, 05.12.2018 22:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


KV-Verhandlungen

Lohnkonflikt im Handel: Gewerkschaft setzt jetzt auf Protest

Die vierte Runde der KV-Verhandlungen ist am Mittwochabend geplatzt, nun folgen am zweiten Einkaufssamstag gewerkschaftliche Maßnahmen. Ein weiterer Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Die Gewerkschaft setzt jetzt auf Protest.

© APADie Gewerkschaft setzt jetzt auf Protest.



Wien – Auch im Handel eskalieren heuer die Kollektivvertragsverhandlungen für über 400.000 Angestellte und 15.000 Lehrlinge im Einzel-, Groß- und Kfz-Handel: Eine vierte Gesprächsrunde am Mittwochabend brachte kein Ergebnis. Stattdessen will die Gewerkschaft nun am Samstag mit öffentlichen Aktionen und betrieblichen Aktivitäten starten, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Die Arbeitgeber im Handel hatten ein Gehaltsplus von 2,35 bis 2,65 Prozent geboten. Die Gewerkschaft forderte 3,5 Prozent.

Wie es nun weitergeht, war am Mittwochabend offen. Bereits am Einkaufssamstag sollen erste Protestaktionen starten, wenn auch nicht flächendeckend, hieß es seitens der Gewerkschaft. Ein neuer Verhandlungstermin stand vorerst noch nicht fest. Arbeitgeber-Chefverhandler Peter Buchmüller will den Betrieben aber empfehlen, den Mitarbeitern ab Jänner jedenfalls die Gehälter im angebotenen Ausmaß zu erhöhen.

Angebot der Arbeitgeber „inakzeptabel“

Metaller und Bahn-Beschäftigte hatten zuletzt nach harten Verhandlungen inklusive Warnstreiks jeweils Lohnabschlüsse von mehr als drei Prozent erreicht. An diese Messlatte erinnerte auch die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft, Anita Palkovich: „Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, warum ausgerechnet die Angestellten im Handel bei der heurigen Gehaltsrunde keinen angemessenen Anteil an der Wirtschaftsleistung der Branche bekommen sollen.“ Das Angebot der Arbeitgeber sei daher „inakzeptabel“ und zeuge von Geringschätzung.

Buchmüller reagierte mit „völligem Unverständnis“. Er sprach von einem „Top-Angebot“ über der Inflationsrate. Im Gesamtpaket enthalten sei außerdem ein früherer Ladenschluss am 24. Dezember um 13 Uhr statt wie bisher um 14 Uhr und damit mehr Freizeit. Lehrlinge sollten nach Angaben der Arbeitgeber um bis zu zehn Prozent mehr bekommen.

Handel-Betriebsräte bei einer Protestaktion vor der Wirtschaftskammer am Dienstag in Wien.
Handel-Betriebsräte bei einer Protestaktion vor der Wirtschaftskammer am Dienstag in Wien.
- APA

Bereits am Dienstag hatten sich rund 350 Betriebsräte vor der Wirtschaftskammer in Wien versammelt, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. (sabl)




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