Letztes Update am Sa, 08.12.2018 07:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Transportindustrie

Mauterhöhung für Lkw weniger hoch, Tirol irritiert

Statt der geplanten 26 Mio. Euro an Einnahmen für Asfinag sollen nun rund 10 Mio. Euro fließen. Die geplanten Lkw-Mauterhöhungen für Euro-6-Fahrzeuge werden so abgeschwächt.

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© Thomas Böhm / TTSymbolfoto.



Innsbruck – Man mag an Zufall oder Absicht glauben – fix ist: Das, was da so gestern in die Verhandlungen von Schwarz-Grün mit EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc aus Wien nach Tirol platzte, ließ einigen im Landhaus die Münder offen stehen.

So verkündeten Christian Hafenecker und Andreas Ottenschläger, ihres Zeichens Verkehrssprecher von FPÖ und ÖVP, eine Einigung mit der Wirtschaft hinsichtlich der Lkw-Mauttarife für 2019. Derzufolge wird es eine Valorisierung um 2,2 Prozent geben. Die externen Kosten (Lärm und Umwelt) in der Höhe von 26 Millionen Euro werden den bislang schadstoffärmsten Lkw der Klasse Euro 6 ab dem kommenden Jahr zu 40 Prozent und ab 2020 zu 100 Prozent angerechnet.

Doch: Dahinter steckt, dass die türkis-blaue Regierung den Frächtern ein großes Zuckerl spendiert. Denn wie selbst die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gestern jubelte, hätten die Mauttarife für Euro-6-Lkw laut dem ursprünglichen Begutachtungsentwurf bereits im kommenden Jahr im Schnitt um 6,2 Prozent erhöht werden sollen und nur für den Rest um 2,2 Prozent. Das nunmehrige zweistufige System verbucht die WKÖ als „wesentlichen Verhandlungserfolg“: „Statt der geplanten 26 Millionen Euro für die Asfinag sollen nun rund zehn Millionen Euro fließen.“ Die Kammer selbst merkt aber an, dass gut 60 Prozent der Lkw-Fahrleistung von ausländischen Fahrzeugen erbracht werden.

Grünen-Mandatar Michael Mingler warf der Bundesregierung vor, Tirol in den Rücken zu fallen. LH Günther Platter (VP) hielte es zwar für sinnvoller, wenn die gesamte Tariferhöhung im Sinne der Tiroler Transitproblematik umgesetzt worden wäre, betonte aber, dass es trotz allem eine Erhöhung gebe. LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) zeigte sich in Richtung der ausländischen Frächter weniger diplomatisch: „Das ist eine nicht besonders kluge Subvention.“ (mami, APA)