Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.12.2018


Klima

Ski-Urlaub schneidet mit überraschend guter Klimabilanz ab

Der Urlaub auf den heimischen Bergen verursacht laut einer Studie weniger CO2-Emissionen als ein typischer Strandurlaub.

Eine Studie weist Schneekanonen eine gute Klimabilanz zu.

© PARIGGEREine Studie weist Schneekanonen eine gute Klimabilanz zu.



Wien – „Ein Ergebnis, das wir in dieser Deutlichkeit nicht erwartet hätten“, brachte laut Günther Lichtblau vom Umweltbundesamt eine Studie des Amtes im Auftrag der österreichischen Seilbahnwirtschaft. Demnach schneidet der Urlaub in den heimischen Bergen bei der Klimabilanz deutlich besser ab als eine Urlaubsreise nach Italien oder auf die Malediven.

Die Untersuchung, die gestern bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert wurde, weist für einen fünftägigen Skiurlaub mit dem Pkw in Österreich 33 Kilogramm CO2-Emissionen pro Person und Tag auf. Um rund ein Drittel besser ist die Bilanz mit der Bahn als Transportmittel. Ein Sommerurlaub mit dem Auto in Italien verursacht dagegen 41 Kilo CO2, eine Flugreise von Österreich nach Spanien kommt auf 159 kg CO2 und eine zweieinhalbwöchige Langstreckenflugreise 454 kg CO2-Emissionen. Jedoch wirke sich nicht nur die kürzere Anreise positiv auf die Klimabilanz aus. Auch die Freizeitaktivitäten in den österreichischen Bergen verursachen laut dem Umweltbundesamt weniger schädliche Emissionen.

Dabei wurden laut Lichtblau nicht nur Emissionen an Ort und Stelle miteinbezogen, sondern auch Prozesse wie die Treibstoffproduktion für Pistenraupen sowie der Energie- und Materialeinsatz für Liftanlagen und Beschneiung. „Eine halbe Stunde Jetski-Fahren verursacht so viel Emissionen wie eine Woche Skifahren“, sagte Lichtblau. Das liege auch am „sauberen Strom-Mix“ in Österreich.

„Wir bekommen immer wieder zu hören, dass wir Umweltzerstörer sind. Das versuchen wir mit sachlichen Argumenten zu entkräften“, so Fachverbands-Obmann Franz Hörl.

Die Ergebnisse der Studie wolle man nutzen, um in den Skigebieten weitere Maßnahmen im Energieeffizienz-Bereich zu treffen, erläuterte Reinhard Klier, Vorsitzender des Umweltforums im Fachverband. (ecke)