Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.01.2019


Geld

Schuldnerberatungen gefordert: Warum Schulden explodieren

Die hohe Schuldensumme kommt durch die Zinsspirale zustande, die erst stoppt, wenn das Gericht den Konkurs einleitet.

(Symbolfoto)

© Bilderbox(Symbolfoto)



Wien – Eine gesetzliche Obergrenze für Zinsen und Inkassokosten fordern die Schuldenberatungen. Die Gründe für hohe Schulden – die im Vorjahr zu 10.024 Privatkonkursen geführt haben – würden oft im System des Schulden-Eintreibens liegen, sagt Clemens Mitterlehner, Geschäftsführer der Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen (asb). Mitterlehner: „Durch den Effekt von Zins, Zinseszins und Verzugszins steigen ehemals bewältigbare Schulden in Höhen, die mit dem ursprünglich geliehenen Betrag kaum etwas zu tun haben.“

Die Dachorganisation führt ein Beispiel an: Ein Schuldner in Salzburg habe ursprünglich ein Minus von 1500 Euro gehabt. Nach 20 Jahren hätten sich zusätzliche Zinsen von 42.000 Euro und weitere Kosten von 1300 Euro angesammelt. „Wenn dieser Klient nun mit Schulden von rund 45.000 Euro Privatkonkurs anmeldet, dann hat er nicht um diese hohe Summe eingekauft“, erklärt Mitterlehner. Die hohe Schuldensumme kommt durch die Zinsspirale zustande, die erst stoppt, wenn das Gericht den Konkurs einleitet.

Laut Erfahrung der Schuldnerberatungen sei das übliche Praxis in Österreich. Eine Deckelung der Zinsen und Zusatzkosten könne die Zinsspirale stoppen. (TT)

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.