Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.01.2019


Bezirk Imst

Neujahrsempfang der WK Imst: Tunnel-Lösung, Skischaukel und Co.

Die Wirtschaftskammer Imst stellte anlässlich ihres Neujahrsempfangs konkrete Forderungen an die Tiroler Politik. Der Fachkräftemangel, Skigebietsehen und der Verkehr standen auf der Wunschliste.

GF Philip Haslwanter/Kühtaier Bergbahnen, WK-Imst-Obmann Josef Huber, WK-Bezirksstellenleiterin Elena Bremberger, WK-Direktorin Evelyn Geiger-Anker, WK-Tirol-Präsident Christoph Walser und WK-Spartenvertreter Ulf Schmid.

© DornGF Philip Haslwanter/Kühtaier Bergbahnen, WK-Imst-Obmann Josef Huber, WK-Bezirksstellenleiterin Elena Bremberger, WK-Direktorin Evelyn Geiger-Anker, WK-Tirol-Präsident Christoph Walser und WK-Spartenvertreter Ulf Schmid.



Von Agnes Dorn

Imst — Ein Wirtschaftswachstum von 3,6 Prozent, volle Auftragsbücher (auch in der Industrie) und weiterhin gute Aussichten: „Wir können mehr als zufrieden sein", so WK-Präsident Christoph Walser bei seinem ersten Neujahrsempfang in der Bezirksstelle der Wirtschaftskammer. Nur der Fachkräfte- und generell der Arbeitskräftemangel würde sich immer noch fortsetzen, wobei man hoffe, mit den kürzlich beschlossenen Maßnahmen (wie jene der Anhebung der Qualitätsstufen in der Lehre um weitere zwei) die Lehre für Jugendliche wieder attraktiver gestalten zu können. „Wir haben derzeit im Bezirk mit 872 Lehrlingen 15 mehr als im vergangenen Jahr. Da sehen wir, dass Maßnahmen wie das Berufsfestival oder „Achtung Baustelle" greifen. 2018 haben wir 1200 Jugendliche durchs Haus geführt", zeigt sich Bezirksobmann Josef Huber vorsichtig optimistisch. „Trotzdem werden wir in Zukunft zu wenige Lehrlinge haben", so Huber, der für 2020 15 bis 20 Jugendliche aus Teneriffa erwartet, die ihre Lehre in der Hotellerie im Rahmen des Projekts „Talents for Europe" in Tirol abschließen werden.

Der Imster WK-Obmann Josef Huber mit LH Günther Platter und dem Tiroler WK-Präsidenten Christoph Walser beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer (v. l.).
Der Imster WK-Obmann Josef Huber mit LH Günther Platter und dem Tiroler WK-Präsidenten Christoph Walser beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer (v. l.).
- Jaritz
Der frisch wiedergewählte Imst-Tourismus-Obmann Hannes Staggl (v. l.) hatte mit den Bürgermeistern aus St. Leonhard, Elmar Haid, und aus Umhausen, Jakob Wolf, gut lachen, läuft die Wintersaison doch hervorragend.
Der frisch wiedergewählte Imst-Tourismus-Obmann Hannes Staggl (v. l.) hatte mit den Bürgermeistern aus St. Leonhard, Elmar Haid, und aus Umhausen, Jakob Wolf, gut lachen, läuft die Wintersaison doch hervorragend.
- Jaritz
Die beiden Landwirtschaftsgranden BM Rudolf Köll und Otmar Juen (v. l.) mischten sich unters Volk.
Die beiden Landwirtschaftsgranden BM Rudolf Köll und Otmar Juen (v. l.) mischten sich unters Volk.
- Jaritz

Drei große Forderungen habe man speziell im Bezirk für die Zukunft, so die Wirtschaftler: So solle man dringend Abstand nehmen von etwaigen Forderungen nach Bemautungen der Fernpassstrecke, vor allem, bevor nicht eine endgültige Tunnel-Lösung in Sicht sei, forderte Spartenvertreter Ulf Schmid. Dass es hierzu in den nächsten Wochen Neuigkeiten geben werde, versprach indes Landeshauptmann Günther Platter kurz darauf. Auch der Zusammenschluss der Skigebiete Kühtai und Hochoetz war Thema beim Neujahrsempfang: „Im Bezirk sind nur fünf Gipfel erschlossen und wir Seilbahner brauchen nur 0,8 Prozent der Flächen, um leben zu können. Im Bezirk gibt es nur drei Möglichkeiten des Zusammenschlusses: neben Gurgl-Obergurgl, Pitztal-Ötztal als Drittes Kühtai-Hoch­oetz. Alles andere ist faktisch nicht möglich, danach gibt es nichts mehr", formulierte GF Philip Haslwanter von den Kühtaier Bergbahnen sein Unverständnis darüber, dass die Seilbahnwirtschaft von manchen als unersättlich angesehen werde. Das geplante Projekt sei zudem „fast die direkte Verbindung" der beiden Skigebiete, so der Geschäftsführer. „Wir müssen den Menschen klarmachen, dass wir ohne Tourismus nicht so dastehen würden, wie wir heute dastehen. Aber es gibt Fälle, die dem Tourismus mehr schaden als nützen. Da müssen sich manche selber hinterfragen", nahm Walser Bezug auf die illegalen Bautätigkeiten am Pitztaler Gletscher und Huber ergänzte: „Das war die Verfehlung eines einzelnen Unternehmers, die dann das ganze Tal betroffen hat. Aber den Zusammenschluss Ötztal-Pitztal darf das nicht gefährden und man muss über Skigebietserweiterungen nachdenken dürfen." Worüber seiner Meinung nach dagegen schon viel zu lange gefachsimpelt wird, ist der Hochwasserschutz für Imst, für den Huber sofortige Maßnahmen fordert: „Die Längsverbauung des Pigers ist die einzige Lösung. Ich verstehe nicht, dass man das nicht schon längst gestartet hat", wiederholt der Bezirks­obmann eine alte Forderung der Imster Wirtschaft.

Der Imster Saal der Wirtschaftskammer.
Der Imster Saal der Wirtschaftskammer.
- Jaritz