Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 31.01.2019


Osttirol

Neue TVB-Spitze in Osttirol übt sich in Harmonie

Der neue Vorstand umfasst Mitglieder aller drei im Aufsichtsrat vertretenen Gruppen. Franz Theurl bleibt Obmann, Martin Gratz und Peter Wibmer sind seine Vertreter. Die Wahl verlief nicht ohne Kuriositäten.

Theurl bleibt Obmann, 1. Stellvertreter wird Martin Gratz, 2. Stellvertreter Peter Wibmer (v. r.).

© OblasserTheurl bleibt Obmann, 1. Stellvertreter wird Martin Gratz, 2. Stellvertreter Peter Wibmer (v. r.).



Von Catharina Oblasser

Lienz – Der Tourismusverband Osttirol hat gewählt: Gegen ein Uhr Früh stand fest, wie die neue Führungsspitze aussieht. Langzeit-Obmann Franz Theurl schafft eine Verlängerung, 1. Stellvertreter ist Martin Gratz, 2. Stellvertreter Peter Wibmer. Vorsitzender des vierzehnköpfigen Aufsichtsrates ist Hansjörg Mattersberger, sein Stellvertreter Andreas Köll.

Dabei herrschte nach dem ersten Schritt des Wahlvorgangs – der Verteilung der Aufsichtsratssitze – noch Ratlosigkeit: Denn das Ergebnis glich jenem der vergangenen Wahl aufs Haar. Je sechs Mandate für die beiden konkurrierenden Gruppen, also wieder ein Patt. Doch anders als bei der vergangenen Wahl fanden die Aufsichtsräte plus die beiden Bürgermeister, die von Gesetzes wegen im Aufsichtsrat sitzen, diesmal eine ausgewogenere Lösung.

Im Vergleich zur bisherigen TVB-Führung, die ausschließlich aus Vertretern von Franz Theurls Liste bestand, ist der Vorstand nun gemischt. Martin Gratz (Team Osttirol) und Peter Wibmer (Liste Schultz) zählen zur „Opposition“ innerhalb des Tourismusverbandes. Gratz hatte eigentlich das Ziel, Franz Theurl als Obmann zu beerben.

Nachdem das Wahlergebnis feststand, übten sich die konkurrierenden Gruppen in Harmonie. „Wir haben viel umzusetzen“, meint der alte und neue Obmann Franz Theurl im Hinblick auf den neuen Vorstand. „Das werden wir nun angehen.“ Martin Gratz zeigt sich zufrieden mit dem Posten des Obmann-Stellvertreters. „Alle Gruppen, die im Aufsichtsrat vertreten sind, haben auch einen Sitz im Vorstand“, sagt er. „Das werte ich als Erfolg.“ Und Heinz Schultz, der selbst Mitglied des Aufsichtsrates ist, erklärt: „Jetzt heißt es, nach vorne zu schauen. Das neue Team steht für einen Neubeginn und hat meinen Vertrauensvorschuss.“

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Gerhard Föger, Leiter der Tourismusabteilung des Landes, fungierte in Lienz als Wahlleiter. Er wirkte erleichtert über die Einigung, die die TVB-Mitglieder letztlich erzielt hatten. „Ich bin tatsächlich sehr zufrieden. Es sind deutliche Beschlüsse gefallen“, meint er zur durchmischten Besetzung der Führungspositionen. Föger begleitet die Machtkämpfe im TVB Osttirol schon seit Jahren, zuletzt war ja die Wahl vom Dezember 2017 per Gerichtsbeschluss aufgehoben worden. Deshalb die Neuwahl am 29. Jänner, nur ein gutes Jahr später.

Die erwähnten Machtkämpfe schlugen sich auch noch knapp vor der Neuwahl nieder. Bevor die TVB-Mitglieder abstimmten, standen die Jahresrechnung 2017 und die Entlastung des (damaligen) Führungsgremiums auf der Tagesordnung. Eine schriftliche und geheime Abstimmung wurde verlangt, das Ergebnis lautete: „Nein zur Entlastung.“ Was normalerweise den Rücktritt des Vorstands zur Folge hat, war in diesem Fall egal. Die Neuwahlen waren ohnehin schon anberaumt.

Zur Nebensache geriet die Kandidatur der Liste für Kulinarik und Regionalität mit Ernst Moser. Die Liste schaffte kein Mandat im neuen Aufsichtsrat des TVB Osttirol.