Letztes Update am Di, 19.02.2019 14:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verkehr

Autobahn-Lärmschutz: Neue Richtlinien und mehr Förderungen

Ein Großteil der Investitionen falle künftig für Erneuerungen bestehender Lärmschutzmaßnahmen an. Die bisherige Höhenbeschränkung von vier Metern bei Schutzwänden wird angehoben.

Jedes Jahr werden 20 bis 30 Millionen Euro für Maßnahmen, um Lärm entlang Autobahnen und Schnellstraßen zu reduzieren, investiert.

© Verena HoferJedes Jahr werden 20 bis 30 Millionen Euro für Maßnahmen, um Lärm entlang Autobahnen und Schnellstraßen zu reduzieren, investiert.



Wien – Seit Jahresbeginn ist eine neue Richtlinie für Lärmschutz an Autobahnen und Schnellstraßen in Kraft. Diese führt zu mehr Förderungen. Künftig werden auch Gebäude mit Baubewilligungen bis 2007 und älter statt bisher 1996 bei der Planung von Lärmschutz berücksichtigt. Außerdem wird die bisherige Höhenbeschränkung von vier Metern bei Schutzwänden angehoben.

Das erklärte Rainer Kienreich, Geschäftsführer der Asfinag Service GmbH bei einem Hintergrundgespräch. Jedes Jahr werden 20 bis 30 Millionen Euro für Maßnahmen, um Lärm entlang Autobahnen und Schnellstraßen zu reduzieren, investiert. Künftig sollen dies zusätzliche zwei bis drei Millionen Euro jährlich sein.

Lebenszyklus 25 bis 30 Jahre

Es seien bereits „80 bis 85 Prozent der schutzwürdigen Bereiche“ mit Lärmschutzwänden abgedeckt, sagte Asfinag-Lärmschutz-Experte Clemens Mayr. Aktuell gibt es auf den mehr als 2.200 Autobahn- und Schnellstraßen-Kilometern knapp fünf Quadratkilometer Lärmschutzwände. Ein Großteil der Investitionen falle künftig für Erneuerungen bestehender Lärmschutzmaßnahmen an. Wände beispielsweise haben einen Lebenszyklus von 25 bis 30 Jahren.

Aktive Maßnahmen, wie Lärmschutzwände- und Dämme sowie Einhausungen entlang von Autobahnen und Schnellstraßen werden von der Asfinag errichtet. Doch nicht immer sind Lärmschutzwände technisch machbar. Dann haben Anrainer die Möglichkeit eines passiven Lärmschutzes. Hier fördert die Asfinag etwa den Einbau von Lärmschutzfenstern oder objektnahe, also direkt bei Gebäuden stehende, Wände. Für letztere wurde die Förderung von 12.000 auf 18.000 Euro erhöht. In besonderen Fällen können für stark belastete einzeln stehende Gebäude sogar bis zu 27.000 Euro Förderung erhalten werden. Mit der neuen Dienstanweisung wird nun bereits ab einer Belastung von 50 Dezibel der Einbau von Lärmschutzfenstern gefördert, bisher war eine Belastung von 55 Dezibel im Nachtzeitraum erforderlich.

Höhe bis 5,5 Meter möglich

War es bisher so, dass Gebäude, die durch Lärmschutzwände geschützt werden können, eine Baubewilligung bis spätestens Jänner 1996 aufweisen mussten, so werden nunmehr Gebäude bis 1. Juli 2007 bei der Planung berücksichtigt. Der frühere Richtwert für die maximale Höhe von Lärmschutzwänden wurde von vier auf 5,5 Meter angehoben. Dieser kann in besonderen Fällen, etwa bei mehr als drei Fahrstreifen, aber auch überschritten werden. Dadurch können Anrainer in exponierten Lagen oder Ballungsräumen besser abgeschirmt werden.

Dies ist beispielsweise beim Bau der neuen Lärmschutzwände im Bereich Ansfelden auf der Westautobahn (A1) in Oberösterreich der Fall. Hier werden ab März 7,5 Meter hohe Wände im knapp sechs Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Knoten Linz und dem Haid Center/B139 errichtet, berichtete Kienreich. (APA)