Letztes Update am Do, 21.02.2019 13:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zentralbank

EZB-Gewinn steigt 2018 auf 1,6 Milliarden Euro

Der Jahresüberschuss der EZB wird an die nationalen Zentralbanken (NZBen) des Euroraums ausgezahlt. Gemäß einem Beschluss des EZB-Rats wurde am 31. Januar 2019 eine Gewinnvorauszahlung in Höhe von 1 191 Mio € an die NZBen des Euroraums geleistet.

Laut Jahresabschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) für 2018 erhöhte sich der Jahresüberschuss um 301 Millionen Euor auf 1,575 Milliarden Euro.

© dpaLaut Jahresabschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) für 2018 erhöhte sich der Jahresüberschuss um 301 Millionen Euor auf 1,575 Milliarden Euro.



Frankfurt – Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Gewinn im vergangenen Jahr erhöht. Der Überschuss stieg von 1,3 Milliarden Euro auf knapp 1,6 Milliarden Euro, wie die EZB am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Die Zunahme geht vor allem auf höhere Zins- und Gebühreneinahnen zurück.

Der Gewinn der EZB wird auf die nationalen Notenbanken, also auch an die Bundesbank, gemäß dem Anteil am Kapital der EZB verteilt. Ende Januar sei bereits eine Vorabverteilung von knapp 1,2 Milliarden Euro beschlossen worden. Der restliche Gewinn von 384 Millionen Euro werde am Freitag überwiesen. Die Bundesbank legt ihre Bilanz für 2018 am kommenden Mittwoch vor.

- EZB

Personalausgaben gesunken

Die Nettozinseinkünfte der EZB kletterten um 465 Millionen auf knapp 2,3 Milliarden Euro. Zu den Zinseinnahmen gehören sowohl Erträge aus Wertpapieren in Fremdwährung wie US-Dollar als auch Wertpapiere, die die Notenbank im Rahmen ihres billionenschweren Anleihekaufprogramms erworben hat.

Die Gebühren, die die Notenbank für ihre Finanzaufsicht erhält, erhöhten sich um 81 Millionen auf 518 Millionen Euro. Die Personalausgaben sanken um 20 Millionen auf 515 Millionen Euro.

Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny
Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny
- Andreas Rottensteiner / TT

Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny rechnet angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa nicht damit, dass es heuer Zinserhöhungen geben wird. „Diese Erwartung hatten wir im Herbst 2018, seither hat sich die Konjunktur deutlich eingetrübt, sagte Nowotny in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin „trend“. rsprünglich habe die EZB heuer von Krise auf Normalisierung umstellen wollen, sagte Nowotny. „Angesichts der Abkühlung wird nun darüber debattiert, ob man diese Normalisierung überhaupt weiterführen soll. Ich persönlich kann momentan keinen Bedarf an zusätzlicher Liquidität erkennen.“

Lob für Draghi

Nowotny hätte sich eine Normalisierung der Geldpolitik schon 2018 gewünscht, wobei man in einem ersten Schritt die Negativzinsen von minus 0,4 auf minus 0,2 Prozent hätte reduzieren können. Negativzinsen für Endkunden in Österreich sieht der OeNB-Chef „eindeutig nicht. Das ist zum Teil gesetzlich gar nicht möglich.“

Über die Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi zieht Nowotny insgesamt eine positive Bilanz. Er sei zwar mit Draghi „gerade in den letzten Jahren nicht immer einer Meinung“ gewesen, aber Draghi habe „in der kritischen Phase für die Eurozone sehr kluge Entscheidungen zur Rettung des Euro getroffen“ und „insgesamt Großes geleistet“. Als Draghis Nachfolger würde sich Nowotny den Deutsche-Bundesbank-Präsidenten Jens Weidmann wünschen. (APA, TT.com)