Letztes Update am Mi, 03.04.2019 09:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verkehrssicherheit

Lkw-Abbiegeassistent: EU-Parlament beschloss Verpflichtung ab 2022

Mit einem neuen Paket an Sicherheitsvorschriften will Brüssel die Zahl der Verkehrstoten in Zukunft deutlich reduzieren.

Abbiegeassistenten könnten die Zahl der Verkehrsopfer drastisch reduzieren.

© APAAbbiegeassistenten könnten die Zahl der Verkehrsopfer drastisch reduzieren.



Brüssel — Ab 2022 soll es bei neuen Lkw verpflichtend einen Abbiegeassistenten geben, der Fahrer auf Fußgänger und Radfahrer im toten Winkel aufmerksam macht. Entsprechende Sicherheitsvorschriften hat der Binnenmarktausschuss des Europaparlaments am Dienstag in Brüssel beschlossen.

Mit dem neuen Paket an Sicherheitsvorschriften „wollen wir die Zahl der Verkehrstoten in Zukunft deutlich reduzieren", sagte der ÖVP-Delegationsleiter Othmar Karas. „Es gibt keinen Grund hier nicht sofort und umfassend zu handeln. Verkehrsminister (Norbert) Hofer (FPÖ) soll sich ein Beispiel an den EU-Institutionen nehmen und die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer in den Fokus rücken", forderte SPÖ-Delegationsleiterin Evelyn Regner.Die EU-Sicherheitsvorschriften müssen noch vom Plenum des Europaparlaments und den EU-Staaten verabschiedet werden. Dies gilt aber nur mehr als eine Formsache.

Der ARBÖ begrüßt diese Verpflichtung für Lkw-Abbiegeassistenten ausdrücklich, fordert aber in diesem Kontext von den Flottenbetreibern, die Fahrzeuge, die sich im Bestand befinden, beziehungsweise jene Lkw die bis 2022 angeschafft werden, freiwillig mit einem Abbiegeassistenzsystem auszustatten.. Die einmaligen Kosten seien für Logistiker überschaubar, kann aber Leben retten, insbesondere jenes von Fußgängern und Radfahrern.

„Und letztlich schützt es auch die Lkw-Fahrer und hilft beim Abbiegen. Erfreulicherweise gibt es bereits Lkw-Flottenbetreiber, die dies angekündigt haben", so ARBÖ-Generalsekretär Gerald Kumnig.Zusätzlich müssten aber auch Gefahrenkreuzungen durch Spiegellösungen, vorgezogene Haltelinien oder optimierte Ampelschaltungen entschärft werden", fordert der ARBÖ in seiner Aussendung. (APA)