Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 11.04.2019


Wirtschaftspolitik

Unterberger errichtet Gewerbepark in Kiefersfelden

Bis zu 45 Mio. Euro fließen laut der Tiroler Unterberger-Gruppe in das „Kaiserreich“ mit Hotel, Büros, Tankstelle, Gastronomie und Kinderwelt.

In den nächsten drei bis vier Jahren entsteht im Bayerischen Kiefersfelden auf 40.000 Quadratmetern das Großprojekt „Kaiserreich“.

© Visualisierung ATPIn den nächsten drei bis vier Jahren entsteht im Bayerischen Kiefersfelden auf 40.000 Quadratmetern das Großprojekt „Kaiserreich“.



Von Max Strozzi

Kiefersfelden – Viele Jahre lang hat der Tiroler Unternehmer Fritz Unterberger Pläne für ein Großprojekt im bayerischen Grenzort Kiefersfelden gewälzt. Nachdem das erste Projekt 2012 vom bayerischen Wirtschaftsministerium aus Sorge um den lokalen Einzelhandel gekippt worden war, nahm der Unterländer 2017 einen neuen Anlauf, die TT berichtete. Nun ist es fix: Nahe der Autobahnabfahrt Kiefersfelden errichtet Unterberger auf 40.000 Quadratmetern das „Kaiserreich Kiefersfelden“ – einen Gewerbepark mit Büros, einem siebenstöckigen 3-Sterne-Hotel mit 200 Betten, einem Fast-Food-Restaurant, Gewerbeflächen, einer Tankstelle und einer „Kinder- und Genusswelt“ mit gehobener Gastronomie. „Das wird keine typische Autobahn-Raststätte, sondern ein Treffpunkt für viele Menschen aus unterschiedlichen Bereichen“, erklärte Josef Feichtner, Geschäftsführer der Unterberger-Immobiliensparte, gestern bei der Präsentation in Kiefersfelden. Entworfen wurde das Projekt gemeinsam mit dem Innsbrucker Architektur- und Ingenieurbüro ATP. Im Mai sollen die ersten Bagger auffahren, endgültig fertiggestellt dürfte es in drei bis vier Jahren sein, erklärten die Projektmacher. Investiert würden zwischen 30 und 45 Millionen Euro, sagte Josef Gruber, Geschäftsführer der eigens für das Projekt gegründeten deutschen Unterberger-Tochterfirma INN Immobilien GmbH. Das „Kaiserreich“ sei das bisher größte Unterberger-Immobilienprojekt. Um Förderungen habe man nicht angefragt. In dem Gewerbepark sollen „mehrere hundert“ Arbeitsplätze entstehen. Konkreter könne man die Zahl der neuen Jobs derzeit nicht beziffern, meinten die Projektmanager.

Auch der Kiefersfeldener Bürgermeister Hajo Gruber wollte sich bezüglich der Arbeitsplätze auf keine Zahl festlegen. Für den deutschen Grenzort Kiefersfelden sei das Projekt jedenfalls ein sehr bedeutsames. „Seit der Grenz­öffnung (EU-Beitritt Österreichs, Anm.) hat Kiefersfelden ein strukturelles Problem und rund 1000 Arbeitsplätze verloren“, schilderte der Ortschef. So seien beispielsweise Speditionen abgewandert. Das Projekt bringe nun Arbeitsplätze in den Ort zurück und Steuereinnahmen in die Gemeindekasse. Außerdem wolle man sich auch touristisch entwickeln. „Wir wollten jedenfalls nicht zum Schlafdorf mutieren.“

V. l.: Hajo Gruber (BM Kiefersfelden), Josef Feichtner (GF Unterberger Immobilien), Josef Gruber (GF INN Immobilien), Josef Liegl (ATP).
V. l.: Hajo Gruber (BM Kiefersfelden), Josef Feichtner (GF Unterberger Immobilien), Josef Gruber (GF INN Immobilien), Josef Liegl (ATP).
- Strozzi