Letztes Update am Fr, 12.04.2019 14:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Seidenstraße

China: Osteuropa-Plattform bekommt mit Griechenland 17. Mitglied

Seit 2012 treffen sich die Regierungschefs der 16 Länder jährlich an wechselnden Orten mit der chinesischen Regierungsspitze. Nun kommt auch Griechenland als 17. Mitglied dazu.

Kroatiens Regierungschef Andrej Plenkovic (re.) mit Ministerpräsident Li Keqang bei der Eröffnung.

© www.imago-images.deKroatiens Regierungschef Andrej Plenkovic (re.) mit Ministerpräsident Li Keqang bei der Eröffnung.



Dubrovnik – Eine von China ins Leben gerufene Plattform für die wirtschaftliche Zusammenarbeit von 16 Ländern aus Mittel-und Südosteuropa hat ein 17. Mitglied bekommen. Beim sogenannten 16+1-Gipfel in der kroatischen Adriastadt Dubrovnik hieß Kroatiens Regierungschef Andrej Plenkovic seinen griechischen Amtskollegen Alexis Tsipras willkommen. Das berichtete der kroatische Ableger von RTL.

„Eine technologische Revolution bricht sich Bahn und sie bestimmt unsere Ära“, erklärte der chinesische Ministerpräsident Li Keqang bei der Eröffnung. Gastgeber Plenkovic sagte: „Die 16+1 sind zu einer Plattform für die Herstellung intensiver politischer und wirtschaftlicher Beziehungen geworden.“

Hilfe bei Ausbau der Infrastruktur

Seit 2012 treffen sich die Regierungschefs der 16 Länder jährlich an wechselnden Orten mit der chinesischen Regierungsspitze. Bisher waren elf EU-Länder - Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Kroatien, Rumänien, Bulgarien - und fünf EU-Aspiranten - Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Nordmazedonien - unter den Teilnehmern.

Peking bietet diesen Ländern Hilfe beim Ausbau ihrer Infrastruktur an. Es ist dies Teil der chinesischen Strategie der „Neuen Seidenstraße“, über die die asiatische Wirtschaftsmacht ihren Warenaustausch mit Europa ausweiten will.

EU ist skeptisch

Meist finanziert mit Krediten von chinesischen Staatsbanken, entstehen auf diese Weise Autobahnen, Brücken, Schienennetze und Hafenanlagen in der Region. China investiert aber auch in Kraftwerke und Stahlfabriken.

Die EU sieht diese Aktivitäten skeptisch. Sie befürchtet, dass die eher armen Länder, die chinesische Staatskredite aufnehmen, in eine Schuldenfalle tappen und von China abhängig werden. Auch sieht man es in Brüssel mit einem gewissen Argwohn, dass Peking auf diese Weise seinen politischen Einfluss in der Region verstärkt. (APA)