Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 15.04.2019


Geldpolitik

Internationaler Währungsfonds will Sitz in Wien vergrößern

Bei der Frühjahrstagung des Währungsfonds wurde zudem politische Einflussnahme kritisiert, Kohlendioxid soll teurer werden.

IWF-Chefin Christine Lagarde kritisiert politischen Einfluss..

© X00023IWF-Chefin Christine Lagarde kritisiert politischen Einfluss..



Wien, Washington – Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) hat am Rande der Weltbank- und IWF-Frühjahrstagung am Wochenende letzte Details zum Ausbau des Weltbank­standortes in Wien fixiert. Damit ist eine Ausweitung auf rund 250 Mitarbeiter nun offenbar unter Dach und Fach. Zudem eröffnet der IWF eine Dependance in der Bundeshauptstadt. Das Ministerium mietete im Vormonat im Galaxy Tower bereits weitere Stockwerke für Weltbank und Währungsfonds an, das Personal soll verdoppelt werden.

Bei seiner Frühjahrstagung hat der Internationale Währungsfonds (IWF) auch Sorge um die Unabhängigkeit wichtiger Notenbanken geäußert. Vor dem Hintergrund zunehmender politischer Einflussnahme auf die Politik von Zentralbanken setzte sich IWF-Chefin Christine Lagarde für die Wahrung der Unabhängigkeit der Geldpolitik ein. „Unabhängigkeit hat ihnen gute Dienste geleistet und wird es hoffentlich auch künftig tun“, sagte Lagarde. Ähnlich äußerte sich auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi. Zudem wollen im Kampf gegen den Klimawandel zahlreiche Finanzminister unter der Federführung der Weltbank international besser zusammenarbeiten – und sich weltweit für eine wirksame Verteuerung von Kohlendioxid einsetzen. Das vereinbarten 22 Länder, darunter auch Österreich, aus allen Teilen der Welt. Eine wirksame Bepreisung des Ausstoßes des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) kann laut einer gemeinsamen Erklärung etwa durch den Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe oder Vorschriften zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes geschehen. (APA, dpa)