Letztes Update am Fr, 14.06.2019 16:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Importe

US-Rindfleisch soll künftig in der EU bevorzugt werden

Ein Kommissionsvorschlag sei, dass Teile des globalen Importkontingents von Rindfleisch für US-Anbieter reserviert werden sollen. Argentinien, Uruguay, Argentinien könnten dann nur noch kleine Mengen stellen.

Symbolfoto

© Getty Images/iStockphotoSymbolfoto



Brüssel – Unter dem Druck von US-Präsident Donald Trump will die EU amerikanischen Rindfleischproduzenten zu besseren Marktchancen in Europa verhelfen. Nach Angaben der EU-Kommission vom Freitag sollen künftig Teile des globalen EU-Einfuhrkontingentes von 45.000 Tonnen im Jahr fest für US-Anbieter reserviert werden. Innerhalb von sieben Jahren könnte der US-Lieferanteil so auf 35.000 Tonne pro Jahr steigen.

Nur noch 10.000 Tonnen würden dann aus den anderen Hauptlieferländern Argentinien, Uruguay und Argentinien kommen. Sie konnten sich nach Angaben aus Kommissionskreisen bisher rund zwei Drittel des Einfuhrkontingents teilen.

Das Einlenken der EU bei dem Thema gilt als ein Grund, warum sich Trump im vergangenen Sommer bereit erklärte, den Handelskonflikt mit der EU vorerst ruhen zu lassen und auch zusagte, vorerst keine weiteren Sonderzölle auf Autos oder andere Waren aus der EU einzuführen. Der damals ausgehandelte Deal sieht auch vor, dass die EU den Import von Soja und Flüssiggas aus den USA fördert.

„Gilt nur für hormonfreies Rindfleisch“

EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan verwies zu der nun erzielten Einigung darauf, dass weiter nur der Import von hormonfreiem Rindfleisch erlaubt sei. Die Qualität und die Sicherheit des in die EU eingeführten Rindfleischs werde nicht verändert.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Um Rindfleisch gab es über Jahrzehnte Streit zwischen den USA und der EU. Kern war das EU-Importverbot für hormonbehandeltes Rindfleisch, was die USA für nicht vereinbar mit WTO-Regeln halten. Als Kompromiss wurden schließlich Einfuhrkontingente für nicht hormonbehandeltes Rindfleisch eingeführt. Sie sorgten allerdings bisher auch dafür, dass andere Länder sehr gute Geschäfte in der EU machen konnten.

Der von der EU-Kommission mit den USA ausgehandelten Einigung müssen nun noch die Regierungen und das EU-Parlament zustimmen. (APA, dpa)