Letztes Update am Do, 11.07.2019 12:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gerichtsurteil

GPA-Klage zur Anrechnung von Vordienstzeiten erfolgreich

Bei einem Wechsel vom Arbeiter- ins Angestelltenverhältnis im gleichen Unternehmen müssen Vordienstzeiten in Bezug auf die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall voll zur Anrechnung kommen.

Barbara Teiber, Vorsitzende der GPA-djp.

© PfarrhoferBarbara Teiber, Vorsitzende der GPA-djp.



Wiener Neudorf – Die Gewerkschaft GPA-djp und der Billa-Betriebsrat waren vor dem Arbeits- und Sozialgericht mit einer Klage erfolgreich: Bei einem Wechsel vom Arbeiter- ins Angestelltenverhältnis im gleichen Unternehmen müssen Vordienstzeiten in Bezug auf die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall voll zur Anrechnung kommen.

Das Urteil ist seit 5. Juli rechtskräftig, teilte die GPA-djp am Donnerstag in einer Aussendung mit. Es bringe den betroffenen Billa-Arbeitnehmerinnen durch eine Rückabwicklung großen Nutzen, und habe auch Signalwirkung für alle Arbeiter, die in ein Angestelltenverhältnis wechseln, weil es bis jetzt dazu keine gerichtliche Entscheidung gebe.

Auslöser für die Klage war eine Umstrukturierung bei der Supermarktkette Billa, bei der etwa 200 Arbeiter in ein Angestelltenverhältnis wechselten. Da ihnen bisher die Vordienstzeiten als Arbeiter – anders als bei den Ansprüchen auf Abfertigung- und Urlaubsanspruch – für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall nicht angerechnet wurden, hatten bereits länger beschäftigte Arbeiter beim Wechsel ins Angestelltenverhältnis im Krankheitsfall nur Anspruch auf 6 Wochen Entgeltfortzahlung gemäß § 8 Angestelltengesetz. Zuvor hatten die betreffenden Arbeiter, die seit Jahren beschäftigt waren, nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) einen längeren Anspruch, so die Gewerkschaft. (APA)