Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 02.08.2019


Umfrage

Jedem zweiten Wirt ist das Rauchverbot egal

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Die geplatzte türkis-blaue Regierung hatte das geplante Total-Rauchverbot in Lokalen wieder aufgehoben, das freie Spiel der Kräfte im Parlament hat es nun in der Zeit der Übergangsregierung mit 1. November wieder eingeführt. Wie nun eine market-Umfrage im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich zeigt, sieht rund die Hälfte der Gastronomie-Betriebe durch das absolute Rauchverbot in Lokalen keine Auswirkungen, da sie bereits auf Nichtraucher umgestellt haben. Fast jeder fünfte Wirt sieht ein Problem auf sich zukommen, weil sein Betrieb über keinen Gastgarten oder Terrasse verfügt und er Raucher somit vor das Lokal schicken muss. Viele dieser Betriebe rechnen daher mit verstärkten Anrainerbeschwerden, so die Wirtschaftskammer.

Besonders betroffen sind Nachtlokale, Clubs und Shisha-Bars, die — wie berichtet — gegen das Rauchverbot vor Gericht ziehen. Trotzdem: Fast neun von zehn Hotellerie- und Gastronomiebetrieben (87 %) sehen dieser Umfrage zufolge die Zukunft ihres Unternehmens positiv bzw. eher positiv. Rund ein Drittel der Betriebe ist sehr zuversichtlich. „Angesichts der eher verhaltenen Konjunkturaussichten ist dieses Ergebnis bemerkenswert", erklärten die Obleute Susanne Kraus-Winkler (Hotellerie) und Mario Pulker (Gastronomie). Für 83 Prozent aller Betriebe quer durch Österreich läuft die aktuelle Sommersaison besser oder zumindest gleich gut wie im Vorjahr. Eine Lockerung fordern sie für die Beschäftigung von Aushilfskräften. Das sei „ein vordringliches Thema". Die derzeitige Regelung sei wegen der Beschränkung auf maximal 18 Tage pro Jahr, sowohl auf Seiten des Dienstgebers wie auch auf Seiten des Dienstnehmers, in der Praxis nicht umsetzbar und werde daher auch nicht angenommen. (TT)