Letztes Update am Fr, 02.08.2019 15:41

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Personalia

Südeuropäer ziehen sich aus EU-Rennen um IWF-Spitze zurück

Ein europäischer Kandidat unter der Ägide Frankreichs soll noch am heutigen Freitag gefunden werden. Aktuell sind noch drei Kandidaten im Rennen.

IWF-Chefin Christine Lagarde gibt mit Anfang November ihrer Posten ab und wird EZB-Chefin.

© imago stock&peopleIWF-Chefin Christine Lagarde gibt mit Anfang November ihrer Posten ab und wird EZB-Chefin.



Madrit, Lissabon, Paris – Im EU-Rennen um den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) verbleiben nur noch zwei Kandidaten: der frühere Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem aus den Niederlanden und die bulgarische Weltbank-Geschäftsführerin Kristalina Georgiewa. Wie am Freitag aus Pariser Regierungskreisen verlautete, ist der finnische Zentralbankchef Olli Rehn kein Anwärter mehr für den Topposten.

Jeroen Dijsselbloem ist noch im Rennen.
Jeroen Dijsselbloem ist noch im Rennen.
- Reuters

Zuvor waren bereits die spanischen und portugiesischen Kandidaten ausgeschieden. Nun bleiben zwei Anwärter übrig: der frühere Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem aus den Niederlanden und die bulgarische Weltbank-Geschäftsführerin Kristalina Georgiewa.

IWF traditionell in europäischer Hand

Frankreich war beauftragt worden, die Kandidatenkür zu leiten. Es sollte laut Diplomaten noch am Freitag eine Lösung gefunden werden. Es geht um die Nachfolge der Französin Christine Lagarde, die an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) wechseln soll. Die Führung des Weltwährungsfonds mit Sitz in Washington ist traditionell in europäischer Hand.

 Kristalina Georgiewa.
Kristalina Georgiewa.
- imago stock&people

Ziel sei es gewesen, eine europäische Einigung für die Nachfolge von Lagarde zu erleichtern, betonte Calviño vor Journalisten. „Wir wollen immer dazu beitragen, dass ein Konsens gefunden wird. Deshalb hat Spanien mitgeteilt, dass ich nicht an der nächsten Phase teilnehmen werde.“

Erklärtes Ziel der Europäer ist es, einen gemeinsamen Kandidaten zu präsentieren, der weitreichende Erfahrungen auf dem Gebiet der internationalen Finanzbeziehungen hat.

Abstimmung statt langer Debatten

Die Franzosen hatten angekündigt, dass ein Anwärter bis Ende Juli gefunden werden solle. Dieser Zeitplan war nun nicht mehr einzuhalten. Wie ein Diplomat berichtete, überzeugte Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire seine Amtskollegen, förmlich über einen Kandidaten abzustimmen, um weitere lange Debatten zu vermeiden.

Der IWF wurde gemeinsam mit der Weltbank zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gegründet. Er soll als weltweites Gremium darüber wachen, dass keine großen Währungsturbulenzen entstehen und zu politischen Unwägbarkeiten führen. Unter anderem vergibt er Kredite an überschuldete und in Zahlungsschwierigkeiten geratene Staaten. 189 Mitgliedstaaten gehören der Organisation an.