Letztes Update am Di, 20.08.2019 12:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innovation

„Zeit zu klotzen“: Forschungsrat will Zunkunfsfonds mit 30 Mrd. Euro

Der Forschungsrat empfiehlt drei Milliarden Euro jährlich für die nächsten zehn Jahre. Ein solcher Schritt wäre „ein Beitrag, den Stillstand zu überwinden und endlich einen Beitrag zur Zukunftsgestaltung zu leisten.“

Symbolfoto

© iStockphotoSymbolfoto



Wien – Der Forschungsrat empfiehlt, einen „Zukunftsfonds für Wissenschaft, Forschung und Innovation“ einzurichten, der für zehn Jahre ein Gesamtvolumen von 30 Mrd. Euro bereitstellt. So soll Österreich in die Gruppe der führenden Innovationsländer vorstoßen und sich dort nachhaltig etablieren, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Empfehlung.

„Es ist Zeit, dass einmal geklotzt wird und wir endlich zu Sachthemen in diesem Wahlkampf kommen“, sagte Forschungsrats-Chef Hannes Androsch gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Der Fonds soll unabhängig von der jährlichen Budgetpolitik gewidmete Mittel für längerfristige Planbarkeit zur Verfügung stellen, „um die Innovationsdynamik endlich wieder nach vorne zu bringen und Anschluss an die Spitzengruppe zu gewinnen, denn derzeit verlieren wir an Boden“, so Androsch.

Zukunftsausgabe vor Konsumausgaben stellen

So wird in der Empfehlung auf den Rückfall Österreichs im Global Innovation Index auf Platz 21 verwiesen. „Es zeigt sich, dass es nicht genügt, Forschung nur zu stimulieren, sondern dass es einer breiteren Innovationsbasis und flexibler Zugänge bedarf“, heißt es seitens des Rats für Forschung und Technologieentwicklung (RFT).

Das Gremium begründet seine Forderung aber auch mit der gedämpften konjunkturellen Dynamik. Um diese wieder zu aktivieren, seien Zukunftsinvestitionen gegenüber Konsumausgaben „politisch zu priorisieren“. „Die zu geringe Investitionsquote muss sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich gehoben werden, um damit nachhaltig das Innovationswachstum in Österreich zu stärken“, heißt es in der Empfehlung.

Für den Forschungsrat werden sich „die Erfolge dieser im Schnitt drei Milliarden Euro jährlicher Investitionen in erhöhten Steuereinnahmen niederschlagen, aber gleichzeitig dazu beitragen, dass Österreich zu den Innovationsführern aufschließen kann und damit auch seine internationale Wettbewerbsfähigkeit stärkt“. Ein solcher Schritt wäre „ein Beitrag, den Stillstand zu überwinden und endlich einen Beitrag zur Zukunftsgestaltung zu leisten“. Der geforderte Zukunftsfonds soll nach den Vorstellungen des Beratungsgremiums neben dem Forschungsfinanzierungsgesetz, der Exzellenzinitiative und einer Forschungsförderungsdatenbank eine verstärkte finanzielle Planungssicherheit für die nachhaltige Stärkung des Forschungs- und Innovationsstandortes Österreich bieten. (APA)