Letztes Update am Di, 03.09.2019 13:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Anleihenmarkt

Österreich legt Staatsanleihen mit Rekord-Negativzins auf

Anleger bezahlen mit Negativzinsen eine „Prämie“, dass sie dem Staat Geld leihen dürfen, weil sie einen „sicheren Hafen“ für ihr Geld suchen.

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Wien – Die Republik Österreich hat am Dienstag 1,15 Milliarden Euro vom Kapitalmarkt mit negativem Zinssatz aufgenommen. Bei den Renditen habe es „absolute Rekordtiefststände“ gegeben, sagte der Sprecher der Bundesfinanzierungsagentur, Christian Schreckeis, zur APA. Anleger bezahlen mit Negativzinsen eine „Prämie“, dass sie dem Staat Geld leihen dürfen, weil sie einen „sicheren Hafen“ für ihr Geld suchen.

Die Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) managt die Finanzschulden des Bundes und kümmert sich unter anderem um die Begebung der Bundesanleihen. Aktuell liegt die Finanzschuld des Bundes bei 207,48 Milliarden Euro mit einer effektiven Verzinsung von 2,04 Prozent per annum und einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 10,3 Jahren.

Österreichs Anleihen begehrt

Als Gründe für den erneuten Renditetiefstand bei österreichische Staatsanleihen sieht der OeBFA-Sprecher unter anderem die globale Konjunkturabschwächung, verhaltene Inflationsdaten, geopolitische Unsicherheiten und vom Markt erwartete Maßnahmen der EZB bei ihrer nächsten Zinssitzung am 12. September. Österreichische Staatspapiere seien bei Anlegern begehrt.

Mit der heutigen Bundesanleihen-Auktion hat die Bundesfinanzierungsagentur rund 70 Prozent des Finanzierungsprogrammes 2019 für den Bund abgeschlossen. Drei Emissionstermine sind noch bis Jahresende vorgesehen. (APA)