Letztes Update am Do, 05.09.2019 13:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steuerbetrug

2017 verloren EU-Länder 137 Milliarden Euro durch Mehrwertsteuerbetrug

In absoluten Zahlen wurden 2017 in Österreich laut der EU-Kommission insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro an Mehrwertsteuer hinterzogen.

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Brüssel, Wien – Die EU-Länder haben 2017 rund 137 Milliarden Euro durch Mehrwertsteuerbetrug verloren. Die sogenannte „Mehrwertsteuerlücke“ sei etwas kleiner geworden, bleibe jedoch sehr groß, gab die EU-Kommission das Ergebnis einer neuen Studie am Donnerstag bekannt und unterstrich die Notwendigkeit einer umfassenden Reform der Gesetzgebung, wie sie 2017 von der Kommission vorgeschlagen worden war.

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2016 hatten noch 150 Milliarden. Euro gefehlt. EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici erklärt den leichten Rückgang durch das günstige Wirtschaftsklima und kurzfristige politische Maßnahmen der EU. Das Mehrwertsteuersystem müsse jedoch „betrugssicher“ werden, forderte Moscovici und rief die EU-Länder zur Zusammenarbeit auf.

Österreich unter EU-Schnitt

Die Mehrwertsteuerlücke errechnet sich durch die erwarteten Steuereinnahmen abzüglich der tatsächlichen. EU-weit ist der Unterschied in Rumänien am höchsten. Dort fehlen 36 Prozent der erwarteten Steuereinnahmen. An zweiter Stelle liegt Griechenland mit 34 Prozent, gefolgt von Litauen mit 25 Prozent.

In absoluten Zahlen wies Italien mit 33,5 Milliarden Euro die größte Mehrwertsteuerlücke auf. Die kleinsten Verluste, nämlich nur von rund einem Prozent, wurden in Schweden, Luxemburg und Zypern festgestellt. Österreich liegt mit im Vorjahresvergleich unveränderten acht Prozent unter dem EU-weiten Schnitt von 11,2 Prozent, in absoluten Zahlen wurden in Österreich laut der EU-Kommission insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro an Mehrwertsteuer hinterzogen. (APA)