Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 20.09.2019


Bezirk Reutte

Tiroler Angerer zum Bundesobmann des Maschinenringes gekürt

Der Breitenwanger Vizebürgermeister repräsentiert 74.000 landwirtschaftliche Betriebe und über 30.000 „Mitarbeiter“.

Durch und durch Funktionär für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern. Christian Angerer übernahm gerade eine weitere Aufgabe. Im Bild an einem seiner Lieblingsplätze – dem Plansee.

© Maschinenring/Mario WebhoferDurch und durch Funktionär für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern. Christian Angerer übernahm gerade eine weitere Aufgabe. Im Bild an einem seiner Lieblingsplätze – dem Plansee.



Breitenwang, Linz – An der Spitze des Maschinenringes Österreich steht seit Mittwoch ein neuer Bundesobmann: Christian Angerer repräsentiert 74.000 landwirtschaftliche Mitglieder und mehr als 30.000 Menschen, die jedes Jahr in den österreichweit 80 Einheiten des Maschinenringes arbeiten. Der 59-Jährige ist zudem Landwirt, ehemaliger Bank-Prokurist, Substanzverwalter der Gemeindegutsagrargemeinschaft Breitenwang sowie Außerferner Bezirksbauern- und Kammerobmann. Ein Funktionärs-Multi sozusagen.

1994 war Christian Angerer Gründungsmitglied des Maschinenringes Reutte, der heute Teil des Maschinenrings Tiroler Oberland ist, 2016 wurde er zum Tiroler Landesobmann gewählt. Nun übernimmt der Breitenwanger Vizebürgermeister, er ist Schaf- und Ziegenzüchter, die Funktion des Bundesobmanns: „Der Maschinenring ist eine Erfolgsgeschichte. Schon die Gründungsidee, dass sich Bauern gegenseitig helfen, ist bestechend. Das gegenseitige Aushelfen mit Arbeitskraft, Know-how und Maschinen, die gemeinsame kostensparende Anschaffung und Nutzung von Geräten, das hat heute noch Gültigkeit. In der aktuellen Situation der Landwirtschaft können alle vom Maschinenring profitieren. Diesen Gedanken möchte ich stärken.“

Stärken stärken, das ist das Lebensmotto des Breitenwangers. Das gilt auch für den Maschinenring: „Unsere Organisation ist gut aufgestellt. Wir sind mit rund 80 Standorten österreichweit vertreten, sind nah am Puls aller Regionen. Wir haben es geschafft, viele neue Gewerbe zu erschließen wie den Winterdienst, Grünraumpflege, Forst oder Bioenergie. Dadurch ermöglichen wir vielen Landwirten einen Zusatzerwerb und beschäftigen zusätzlich Facharbeiter wie Gärtner oder Baumpfleger. Auch dass wir vor zwanzig Jahren ins Personalleasing-Geschäft eingestiegen sind, hat sich bewährt. So können wir weitere Zuverdienst-Optionen für Landwirte anbieten, haben für viele Menschen einen regionalen Arbeitsplatz geschaffen, stellen den heimischen Klein- und Mittelbetrieben, dem Handwerker ums Eck, helfende Hände zur Verfügung.“

Gleichzeitig, so Christian Angerer, steht der Maschinenring vor großen Herausforderungen: „Es gibt immer weniger Landwirte in Österreich, das ist ein schleichender Prozess. Da wollen wir weiterhin einhaken, damit bäuerliche Familienbetriebe gut leben können. Dafür brauchen wir Innovationen und neue Angebote. Etwa zur Digitalisierung, zur Landwirtschaft 4.0: Gemeinsam ist es leichter, sich einen hochtechnisierten Traktor zu leisten und im Zusammenspiel aus bäuerlichem Wissen und technischen Möglichkeiten effizient und umweltschonend Landwirtschaft zu betreiben.“

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Der Breitenwanger ist in vielen Funktionen aktiv – und hat Spaß dabei. Wirtschaft, Politik, Landwirtschaft ergänzen sich für Angerer gut. Auf seinem Hof, den er gemeinsam mit seiner Familie bewirtschaftet, bietet er Urlaub am Bauernhof an und züchtet Tiroler Bergschafe und gämsfarbige Gebirgsziegen. (TT, hm)