Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 20.09.2019


Bezirk Schwaz

Helle Köpfe sinnierten in Pill über Erfolgsstrategien

Beim 56. Bank Austria Wirtschaftsclub ging es um Leistungskultur und die Fähigkeit zur Selbstreflexion.

Markus Sappl, René Tiefenbacher, Ludwig Obwieser, Susanne Wendler, Bernd Hufnagl und Alois Vahrner (v. l.) gestalteten den Info-Abend.

© DählingMarkus Sappl, René Tiefenbacher, Ludwig Obwieser, Susanne Wendler, Bernd Hufnagl und Alois Vahrner (v. l.) gestalteten den Info-Abend.



Von Angela Dähling

Pill – Viele „helle Köpfe“ trafen sich Mittwoch bei Eglo als führendem Anbieter dekorativer Wohnraumbeleuchtung. Grund war der 56. Bank Austria Wirtschaftsclub Tirol, zu dem Landesdirektor Markus Sappl geladen hatte und den er gemeinsam mit TT-Chefredakteur Alois Vahrner moderierte.

Vor 50 Jahren gründete Ludwig Obwieser Eglo in Pill. Inzwischen ist das Unternehmen mit 4700 Mitarbeitern in 50 Niederlassungen weltweit tätig. Darunter in China, wo im Eglo-Werk täglich 40.000 Leuchten produziert werden, und in Indien, wo es 10.000 Leuchten sind. „Das Umsatzziel hat sich von 2009 bis jetzt nahezu verdoppelt“, erklärte Eglo-CEO René Tiefenbacher, und liege bei 530 Mio. Euro. In Magdeburg entsteht derzeit ein großes Eglo-Logistikzentrum.

Laut Bank-Austria-Vorstandsmitglied Susanne Wendler ist die Konjunkturprognose von 2,8 auf 1,5 Prozent gesunken. Geopolitische Themen wie die Trump-China-Diskussion, der Brexit und das Klimathema nannte sie als Gründe. Dennoch sei die Stimmungslage in den Unternehmen gut und die Entwicklung im Tourismus, der Bau- und Pharmabranche und im Elektronikbereich sehr positiv.

Hirnforscher und Neurobiologe Bernd Hufnagl brachte mit seinem Vortrag dann so manchen der hellen Köpfe ins Grübeln: Konnten laut ihm im Jahr 2004 bei einem EKG-Test in Großkonzernen noch 30 % der Teilnehmer beim Blick aus dem Fenster abschalten, waren es 2018 nur noch fünf Prozent. Für den Rest führte das Nichtstun zu Stressreaktionen. „Sinnieren, mit Abstand und aus der Außenperspektive sein Leben betrachten können viele nicht mehr. Es ist aber extrem wichtig“, betonte Hufnagl mit Verweis auf das Depressionsrisiko.

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„Erfolgreich zu sein und in To-do-Listen zu denken, hat nichts mit Zufriedenheit zu tun“, sagte der Hirnforscher, der auch Hintergründe zur Entstehung von Zukunftsängsten und Pessimismus erklärte. „Wenn Sie täglich im Fernsehen sehen, dass in China eine Schaufel umkippt und jemanden erschlägt, werden Sie Angst vor Schaufeln bekommen“, lautete eines seiner Beispiele für die Folgen von Dramatisierungen. In der Berufswelt gelte es in Bezug auf Mitarbeitermotivation, die Leistungen anzuerkennen und nicht nur die Ergebnisse.

Er sei Optimist, sagte Eglo-Gründer Ludwig Obwieser. Seine einzige Angst, von jemandem abhängig zu sein, habe zu Entscheidungen geführt, die für den Firmenerfolg maßgeblich waren. Ich wollte weder von Banken, Lieferanten noch von einzelnen Kunden abhängig sein“, sagte Obwieser. Mit ein Grund, warum Eglo auf eigene Produktions- und Logistikzentren setzt.