Letztes Update am Mo, 30.09.2019 14:36

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nationalbank

OeNB-Personalaffäre: Nationalbank kündigt Prüfung der Causa an

Nach den umstrittenen Personalentscheidungen des FPÖ-nahen neuen Gouverneurs Robert Holzmann wird am Nachmittag eine Stellungnahme erwartet.

Robert Holzmann (69) hat als neuer OeNB-Gouverneur schon umstrittene Personalveränderungen durchgesetzt.

© picturedesk/MüllerRobert Holzmann (69) hat als neuer OeNB-Gouverneur schon umstrittene Personalveränderungen durchgesetzt.



Wien – Die unabgesprochene Kündigung der Personalchefin der Nationalbank, Susanna Konrad-El Ghazi, durch den neuen OeNB-Gouverneur Robert Holzmann und weitere angedachte Personalia werden nun intensiv extern geprüft. Dieser Schritt wurde am Montagnachmittag nach stundenlangen Krisensitzungen – unter anderem mit OeNB-Präsidenten Harald Mahrer – verkündet.

„Der Präsident des Generalrates ist mit dem Direktorium übereingekommen, dass die bankinternen Entscheidungen der letzten Tage, über die auch medial berichtet wurde, einer zeitnahen externen Prüfung unter Einbeziehung der internen Revision und weiterer bankinterner Kapazitäten unterzogen werden“, hieß es am Montag in einer knappen Mitteilung. Nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse werde der OeNB-Generalrat informiert und anschließend über weitere Schritte beraten.

Mahrer „höchstverwundert“ über Vorgehensweise

Mahrer wurde am Freitagnachmittag erst nach der Kündigung von Konrad-El Ghazi und ihrer Suspendierung mit sofortiger Wirkung durch Holzmann von der Causa unterrichtet. Laut Medienberichten war außerdem nur OeNB-Direktor Eduard Schock in die Personalia involviert. Holzmann und Schock kamen auf einem FPÖ-Ticket in die Nationalbank. Die von der ÖVP-nominierten OeNB-Direktoren Thomas Steiner und Gottfried Haber sowie der Generalrat - der Aufsichtsrat der Nationalbank – waren von Holzmann nicht in die Personalcausa eingebunden worden.

Formal hat der OeNB-Gouverneur ein Dirimierungsrecht: Bei Stimmengleichheit im vierköpfigen Direktorium entscheidet seine Stimme. Holzmann verneinte in Antrittsinterviews von diesem Recht Gebrauch machen zu wollen. „Ich hoffe nicht, ich habe vom Kollegen Nowotny gehört, dass es zu seiner Zeit nie eine einzige Abstimmung gegeben hat, wo er das Dirimierungsrecht verwenden musste und das ist auch meine Zielsetzung, dass ich dieses Recht nicht benutzen werde“, sagte Holzmann kurz vor seinem Amtsbeginn Ende August im Ö1-“Mittagsjournal“.

Weitere Personalien sollen besprochen worden sein

Auch die von Holzmann geplanten weiteren Personalveränderungen in der Nationalbank sollen Thema bei den heutigen Gesprächen gewesen sein. Dem langjährigen Leiter der OeNB-Hauptabteilung Beteiligungen, Zahlungsverkehr und Interne Dienste, Stefan Augustin, sei ein sofortiger Pensionsantritt per heute, Montag, nahegelegt worden, hieß es am Freitag und Samstag laut Medienberichten. Augustin ist 62 Jahre alt. Außerdem sei der bisherige Nationalbank-Pressesprecher, Christian Gutlederer, vor die Wahl gestellt worden, entweder den Job als stellvertretender Filialleiter der OeNB-Zweigstelle in Innsbruck anzunehmen oder das Haus zu verlassen. (APA)